Notlandung in Schönefeld

Verunglückter Rosinenbomber soll wieder fliegen

Der am Sonnabend in Schönefeld verunglückte und schwer beschädigte Rosinenbomber soll repariert werden. Das kündigen die Eigner der Maschine, das Unternehmen Air Service Berlin, an.

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Rosinenbomber in Schönefeld verunglückt

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Nach der Notlandung des Rosinenbombers in Schönefeld versucht Air Service Berlin die DC-3 wieder flott zu machen. Der technische Geschäftsführer Steffen Wardin sagte dem privaten Berliner Radiosender 104.6 RTL: „Wir haben soviel Kraft reingesteckt in die Maschine. Das können wir der Historie und unserem Herzblut nicht antun, dass wir die Maschine jetzt verschrotten.“ Wardin betonte jedoch, dass zuerst geklärt werden müsse, was die Ursache für den doppelten Triebwerkausfall gewesen sei. Danach werde man alles tun, um das Flugzeug wieder in den Himmel zu bekommen, heißt es.

Der Schaden an der 1944 gebauten Maschine vom Typ Douglas DC-3 soll beträchtlich sein. Beim Aufprall sei nicht nur eine Tragfläche abgebrochen, sondern auch ein Teil des Rumpfes aufgerissen worden. Beide Triebwerke seien zerstört, und auch das Leitwerk sei defekt. Im Prinzip müssten Ersatzteile für das historische Flugzeug erhältlich sein, sagte der Sprecher von Air Service Berlin, Holger Trocha. Schließlich sei es „das meistgebaute Verkehrsflugzeug der Welt“.

Die Triebwerke der DC-3 sind nach Angaben von Geschäftsführer Wardin in der Nacht zu Montag versiegelt in einen Hangar auf dem Flughafen Schönefeld gebracht worden. Ein Spezialist der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen soll sie noch mal genau überprüfen. Den bei der Notlandung verletzten Passagieren gehe es inzwischen wieder gut. Die kleinen Blessuren seien überwunden, sagte Wardin. Nur der Copilot sei nach einem Nasenbeinbruch noch zur Beobachtung im Krankenhaus.

Am Sonnabend sollte gegen 14.45 Uhr die Oldtimer-Maschine zu einem Rundflug über Berlin (Motto: Die Rosinenbomber-Zeitreise) aufsteigen. Doch nur etwa drei Minuten nach dem Start kam es laut Technikchef Wardin im linken Triebwerk zu Aussetzern. Die Besatzung stellte den Motor daraufhin ab. Sieben der 28 Insassen wurden beim harten Aufsetzen der Maschine auf einer Wiese nahe der brandenburgischen Ortschaft Selchow (Dahme-Spreewald) verletzt.

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Das Flugzeug, dessen Fahrwerk noch eingezogen war, rutschte dann etwa 150 Meter weit über den Boden und raste in einen Bauzaun, mit dem das Baustellen-Gelände des künftigen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg International abgesperrt wird. Weil ein Metallpfosten im Weg stand, wurde dabei auch die rechte Tragfläche vom Rumpf abgetrennt.

Nach Unternehmensangaben war es der einzige flugtaugliche „Rosinenbomber“ in Deutschland. Für Air Service Berlin ist das Flugzeug dabei weit mehr wert als seine Versicherungssumme von 750.000 Euro. „Die Maschine war tatsächlich an der Luftbrücke während der Berlin-Blockade beteiligt, sie ist daher eine Ikone der Stadt“, betont Firmen-Chef Frank Hellberg.

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