Rosinenbomber-Unglück

Sieben Verletzte bei Bruchlandung in Schönefeld

Riesenschreck in Schönefeld: Nur knapp entgingen die 28 Insassen, die mit einem "Rosinenbomber" in die Luft abheben wollten, einer Katastrophe. Die Ursache für den Zwischenfall ist noch unbekannt.

Am Flughafen Schönefeld ist es am Sonnabend Nachmittag zu einer Beinahe-Katastrophe gekommen. Beim Versuch, zu einem Rundflug über Berlin aufzusteigen, stürzte der Rosinenbomber, ein zweimotoriges Passagierflugzeug vom Typ Douglas DC-3 gegen 14.45 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache ab. Das Flugzeug mit 28 Insassen an Bord, darunter die beiden Piloten und eine Stewardess, wurde bei der Bruchlandung kurz hinter der Start- und Landebahn nahe der brandenburgischen Ortschaft Selchow schwer beschädigt. Sieben Menschen, darunter alle drei Crew-Mitglieder, erlitten Verletzungen. Der Pilot musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden. Die übrigen sechs Leichterletzten wurden vor Ort behandelt.

Mit an Bord der Oldtimer-Maschine war auch der Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann. „Wir waren vielleicht 15 Meter über dem Boden, da fing das linke Propeller-Triebwerk zu stottern an“, berichtete der 40-Jährige der Berliner Morgenpost. Kurz darauf seien kleine Rauchwölkchen aus dem Motor aufgestiegen. Dann sei das Triebwerk ausgefallen. Der Pilot habe noch mit einer scharfen Linkskurve versucht, zurück auf die Landebahn zu kommen. Dieser Versuch sei aber misslungen. Die Maschine setzte hart auf einer asphaltierten Straße auf, die zur Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) führt. Offenbar rammte sie dabei mehrere Bauzäune, wobei Teile des Flugzeugs abgerissen wurden und ein Motor in Flammen aufging. Der Aufprall war so hart, dass das Fahrwerk zumindest teilweise abbrach. Ein weiterer Augenzeuge berichtete, der Rosinenbomber sei vor dem Aufprall in Schlangenlinien über das Flughafengelände geflogen.

Passagiere stiegen eigenständig aus

Die Flughafengesellschaft bestätigte die „Notlandung“. Die Passagiere hätten das Flugzeug eigenständig verlassen können. Die Menschen wurden zunächst in ein Terminal des Flughafens gebracht. Der Flugbetrieb in Schönefeld wurde lediglich für 15 Minuten eingestellt, so Flughafensprecher Ralf Kunkel.

Die Unglücksmaschine gehört zur Flotte der Firma Air Service Berlin, die vom bekannten Piloten Frank Hellberg („Commander Frank“) geführt wird. Air Service Berlin bietet den Rosinenbomber für Rundflüge über Berlin, aber auch für Tagesreisen nach Dresden oder Wolfsburg sowie für Charterflüge an. Aussagen zur möglichen Unglücksursache konnte Unternehmenssprecher Holger Trocha nicht machen. „Die Maschine ist Baujahr 1944 und befand sich in einem optimalen Zustand“, sagte er in einer ersten Stellungnahme nach der Bruchlandung. Nach Angaben von Air Service Berlin ist ihre DC-3 der einzige noch flugfähige Rosinenbomber in Deutschland. Das Flugzeug sei im Jahr 2000 in England originalgetreu restauriert worden und seither ohne Zwischenfälle im Einsatz.

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