Wegen der brutalen Attacke auf einen Studenten im Juli 2009 sind die Angeklagten am Donnerstag vom Landgericht Berlin zu Haftstrafen verurteilt worden. Der 26 Jahre alte Hauptangeklagte muss wegen versuchten Totschlags für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Gegen zwei weitere Mittäter im Alter von 21 und 23 Jahren wurden wegen gefährlicher Körperverletzung Bewährungsstrafen von jeweils zwei Jahren Haft verhängt. Ein vierter Angeklagter wurde freigesprochen, weil eine Tatbeteiligung nicht sicher festzustellen war.

Ein 22-jähriger Student war im Juli vergangenen Jahres am S-Bahnhof Frankfurter Allee nach einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen mit Faustschlägen zu Boden gebracht und dann mit Fußtritten gegen den Kopf äußerst brutal misshandelt worden. Das Opfer hatte ein Schädelhirntrauma erlitten und lag fast zwei Wochen im Krankenhaus. Der junge Mann hat keine Erinnerung an die Tat.

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Staatsanwalt, wonach es sich nicht um eine „politische Auseinandersetzung“ zwischen Rechten und Linken handelte. „Es war eine fürchterlich niederträchtige Gewalttat“, sagte der Richter. Die Angeklagten stammten zwar aus dem „rechtsgerichteten Milieu“. Aber ihre politische Gesinnung habe nichts mit der Tat zu tun.