Die schlechte Nachricht kam mitten in den Sommerferien und mitten im Wahlkampf: Berlins Bildungssystem schneidet im Vergleich der Bundesländer am schlechtesten ab. Die Hauptstadt landet auf Platz 16 des Bildungsmonitors des Instituts der deutschen Wirtschaft und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Das Analyseergebnis der Forscher muss man aber differenziert betrachten. Sehr wohl werden die Anstrengungen Berlins im Bildungssektor gewürdigt. Denn dort ist ja in den vergangenen Jahren einiges passiert. So stellt die Studie fest, dass Berlin „in hohem Maße zur Ausbildung des Forschernachwuchses“ beiträgt. Das kostet. Der Hochschuletat stieg in den vergangenen Jahren auch um 122 Millionen Euro auf 1,18 Milliarden Euro. Aber das Geld ist gut investiert. Bei der Promotionsquote hat Berlin den zweitbesten Wert aller Bundesländer. In der Spitze der Bildung ist Berlin spitze. Aber am unteren Ende?
Berlin hat ein strukturelles Problem
Vor allem die hohe Quote der Schulabbrecher und derjenigen Jugendlichen, die ihre Berufsausbildung nicht vollenden, bereitet Sorgen. Hinzu kommt, dass viele Berliner Schüler nicht die Mindestanforderungen bei den Vergleichsarbeiten erreichen. Das ist besonders bedenklich, weil der Senat Rahmenbedingungen schafft, die eigentlich ein Vorankommen ermöglichen sollten. Die Forscher der Studie stellen nämlich sehr wohl fest, dass Berlin beim Ausbau der Ganzstagsbetreuung vordere Plätze im Ländervergleich einnimmt. Aber offensichtlich gibt es dadurch keinen automatischen Erfolg.
In Berlin gibt es ein strukturelles Problem. Eine Senatorin, die sich um alles in der Bildung kümmern muss, von der Kita bis zur Hochschule, von den überforderten Schülern bis zu den Spitzenforschern, ist mit einem solchen Mega-Ressort überfordert. Im neuen Senat sollte es wieder eine Schulsenatorin geben, die nachhaltig die Schulprobleme angeht. Das geht nur mit einem kleineren Ressort.





