Zehn Demonstrationen, acht Kundgebungen, drei Festveranstaltungen, insgesamt Zehntausende von Teilnehmern und immer noch viele offene Fragen – das ist die Herausforderung, der sich die Berliner Polizei am 1. Mai sowie am Vorabend stellen muss. Ihr Hauptaugenmerk wird die Behörde dabei wie in jedem Jahr auf die „Revolutionäre Mai-Demo“ am Abend des 1. Mai richten. Die birgt nicht nur seit jeher das größte Konfliktpotenzial aller Veranstaltungen an diesem Tag, sie stellt in diesem Jahr bekanntermaßen noch ein weiteres Problem dar.

Die besten Bilder von Walpurgisnacht und 1. Mai in Berlin

Ein Punk am Rande der 18-Uhr-Demonstration in Kreuzberg.
Ein Punk am Rande der 18-Uhr-Demonstration in Kreuzberg.© Getty
Am Rande der Demonstration stehen Personen auf einem Bushaltestellenhäuschen.
Am Rande der Demonstration stehen Personen auf einem Bushaltestellenhäuschen.© Getty
Während der Demonstration kommt es zu Festnahmen.
Während der Demonstration kommt es zu Festnahmen.© Thomas Peise
Rund 8000 Teilnehmer ziehen laut Polizei von Kreuzberg nach Neukölln und wieder zurück.
Rund 8000 Teilnehmer ziehen laut Polizei von Kreuzberg nach Neukölln und wieder zurück.© dpa
Teilnehmer sammeln sich zum Start der "Revolutionärer 1. Mai"-Demo am Montagabend.
Teilnehmer sammeln sich zum Start der "Revolutionärer 1. Mai"-Demo am Montagabend.© Reto Klar
Ein Demonstrant im Vorfeld der 18-Uhr-Demo.
Ein Demonstrant im Vorfeld der 18-Uhr-Demo.
Der Abend naht, die Stimmung auf dem mächtig vollen Myfest wird immer ausgelassener.
Der Abend naht, die Stimmung auf dem mächtig vollen Myfest wird immer ausgelassener.© Reto Klar
Ein Teilnehmer der 16-Uhr-Demo am Spreewaldplatz.
Ein Teilnehmer der 16-Uhr-Demo am Spreewaldplatz.© Sergej Glanze
Um 16 Uhr startet am 1. Mai am Spreewaldplatz in Berlin-Kreuzberg eine Demo mit dem Titel "Solidarität & Befreiung international".
Um 16 Uhr startet am 1. Mai am Spreewaldplatz in Berlin-Kreuzberg eine Demo mit dem Titel "Solidarität & Befreiung international".© Reto Klar
Am späten Montagnachmittag ist es beim Myfest auf der Oranienstraße ziemlich voll, zu diesem Zeitpunkt befinden sich laut Veranstalter rund 25.000 Menschen auf dem Fest.
Am späten Montagnachmittag ist es beim Myfest auf der Oranienstraße ziemlich voll, zu diesem Zeitpunkt befinden sich laut Veranstalter rund 25.000 Menschen auf dem Fest.© Sergej Glanze
Die Stimmung am Nachmittag: ausgelassen und friedlich. Zunächst werden keine Zwischenfälle gemeldet.
Die Stimmung am Nachmittag: ausgelassen und friedlich. Zunächst werden keine Zwischenfälle gemeldet.© Reto Klar
Einige Besucher feiern den 1. Mai ganz entspannt in einer Badewanne ...
Einige Besucher feiern den 1. Mai ganz entspannt in einer Badewanne ...© Sergej Glanze
... oder machen sich hübsch für den Abend.
... oder machen sich hübsch für den Abend. © Sergej Glanze
Epizentrum des Myfestes: natürlich die Oranienstraße, wo man vom Fenster aus den besten Überblick über die Menschenmassen hat.
Epizentrum des Myfestes: natürlich die Oranienstraße, wo man vom Fenster aus den besten Überblick über die Menschenmassen hat.© Sergej Glanze
Das Myfest ist für Pfandsammler eine wahre Fundgrube.
Das Myfest ist für Pfandsammler eine wahre Fundgrube.© Sergej Glanze
Rund 5400 Polizisten sind am 1. Mai in Berlin im Einsatz.
Rund 5400 Polizisten sind am 1. Mai in Berlin im Einsatz.© dpa | Ralf Hirschberger
Vorab wurde damit gerechnet, dass es auch bei den Mai-Demos 2017 nicht ganz friedlich bleibt.
Vorab wurde damit gerechnet, dass es auch bei den Mai-Demos 2017 nicht ganz friedlich bleibt.© REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Angenehmes Frühlingswetter im Görlitzer Park in Kreuzberg.
Angenehmes Frühlingswetter im Görlitzer Park in Kreuzberg.© dpa | Paul Zinken
Drei Frauen verkaufen auf dem Myfest Salat.
Drei Frauen verkaufen auf dem Myfest Salat.© dpa | Ralf Hirschberger
Auch Einhörner gehören zur zahlenden Kundschaft (Bier: 3 Euro), ...
Auch Einhörner gehören zur zahlenden Kundschaft (Bier: 3 Euro), ...© dpa | Ralf Hirschberger
... andernorts macht man sich fein für den 1. Mai.
... andernorts macht man sich fein für den 1. Mai.© dpa | Paul Zinken
Szene vom frühen Nachmittag des 1. Mai: Ein Polizist gönnt sich ein Auszeit, bevor es dann später zu den Demonstrationen linker und linksextremer Gruppen kommt.
Szene vom frühen Nachmittag des 1. Mai: Ein Polizist gönnt sich ein Auszeit, bevor es dann später zu den Demonstrationen linker und linksextremer Gruppen kommt.© dpa | Ralf Hirschberger
 Krawalle oder gewalttätige Zwischenfällen waren am Montagnachmittag zunächst nicht zu beobachten.
Krawalle oder gewalttätige Zwischenfällen waren am Montagnachmittag zunächst nicht zu beobachten.© dpa | Paul Zinken
Stattdessen: entspannte Sit-ins am Rande der Myfest-Besuchermassen, wie hier im Görlitzer Park.
Stattdessen: entspannte Sit-ins am Rande der Myfest-Besuchermassen, wie hier im Görlitzer Park.© dpa | Britta Pedersen
Unterhaltung gibt's natürlich auch auf dem Kreuzberger Straßenfest: Akrobaten zeigen ihr Können.
Unterhaltung gibt's natürlich auch auf dem Kreuzberger Straßenfest: Akrobaten zeigen ihr Können.© dpa | Paul Zinken
Für die jungen Myfest-Gäste gibt's Luftballons.
Für die jungen Myfest-Gäste gibt's Luftballons.© dpa | Jörg Carstensen
Auch auf der anderen Seite der Spree wird am Montagnachmittag gefeiert - bei der Eröffnung des Kreativ-Dorfs "Holzmarkt".
Auch auf der anderen Seite der Spree wird am Montagnachmittag gefeiert - bei der Eröffnung des Kreativ-Dorfs "Holzmarkt".© dpa | Jörg Carstensen
Am Vormittag demonstrieren Tausende Menschen für eine solidarische Gesellschaft und folgten damit einem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
Am Vormittag demonstrieren Tausende Menschen für eine solidarische Gesellschaft und folgten damit einem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes.© dpa | Monika Skolimowska
14.000 Menschen ziehen dabei zum Brandenburger Tor.
14.000 Menschen ziehen dabei zum Brandenburger Tor.© Reto Klar
Im Bürgerpark in Pankow gibt es Protest gegen das Sommerfest der AfD. Laut Polizei werden dabei zwei Demonstranten festgenommen.
Im Bürgerpark in Pankow gibt es Protest gegen das Sommerfest der AfD. Laut Polizei werden dabei zwei Demonstranten festgenommen.© dpa | Jörg Carstensen
Nachdem immer wieder einzelne Demonstranten versuchen, auf das Gelände der AfD-Veranstaltung zu gelangen, erhöht die Polizei eigenen Angaben zufolge die Zahl der Einsatzkräfte kurzfristig von zunächst 100 auf 300 Beamte.
Nachdem immer wieder einzelne Demonstranten versuchen, auf das Gelände der AfD-Veranstaltung zu gelangen, erhöht die Polizei eigenen Angaben zufolge die Zahl der Einsatzkräfte kurzfristig von zunächst 100 auf 300 Beamte.© Steffen Pletl | Steffen Pletl
Woanders in Berlin genießen die Menschen einfach nur den Sonnenschein wie hier am Alten Museum in Mitte.
Woanders in Berlin genießen die Menschen einfach nur den Sonnenschein wie hier am Alten Museum in Mitte.© Reto Klar
Auch Ausflugsschiffe sind gut besucht.
Auch Ausflugsschiffe sind gut besucht.© Reto Klar
Im Mauerpark genießen zahlreiche Menschen die Sonne.
Im Mauerpark genießen zahlreiche Menschen die Sonne.© Reto Klar
Dort zeigen auch Akrobaten ihr Können.
Dort zeigen auch Akrobaten ihr Können.© Reto Klar
Auf der Wiese ist am Nachmittag kaum noch ein Platz frei.
Auf der Wiese ist am Nachmittag kaum noch ein Platz frei.© Reto Klar
Auch an der Karaoke-Bühne herrscht großer Andrang.
Auch an der Karaoke-Bühne herrscht großer Andrang.© dpa | Paul Zinken
Auch vor dem Bundeskanzleramt wird am 1. Mai demonstriert. Dort fordern mehrere Menschen Kanzlerin Angela Merkel auf, sich sich bei ihrem anstehenden Staatsbesuch bei Putin in Sotchi gegen die Verfolgung von Schwulen in Tschetschenien einzusetzen.
Auch vor dem Bundeskanzleramt wird am 1. Mai demonstriert. Dort fordern mehrere Menschen Kanzlerin Angela Merkel auf, sich sich bei ihrem anstehenden Staatsbesuch bei Putin in Sotchi gegen die Verfolgung von Schwulen in Tschetschenien einzusetzen. © dpa | Paul Zinken
Die Walpurgisnacht am 30. April verläuft laut Polizei weitgehend friedlich.
Die Walpurgisnacht am 30. April verläuft laut Polizei weitgehend friedlich. © REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Polizisten sichern den Demonstrationszug mit rund 3000 Teilnehmern durch Wedding.
Polizisten sichern den Demonstrationszug mit rund 3000 Teilnehmern durch Wedding.© REUTERS | FABRIZIO BENSCH
 Innensenator Andreas Geisel (SPD, li.) und Polizeipräsident Klaus Kandt (2. v. li.) verschaffen sich am Sonntagnachmittag auf dem Leopoldplatz einen Überblick.
Innensenator Andreas Geisel (SPD, li.) und Polizeipräsident Klaus Kandt (2. v. li.) verschaffen sich am Sonntagnachmittag auf dem Leopoldplatz einen Überblick. © Thomas Peise
Am Nachmittag sammeln sich zunächst mehrere hundert Demonstranten.
Am Nachmittag sammeln sich zunächst mehrere hundert Demonstranten. © dpa | Britta Pedersen
Vereinzelt werden Feuerwerkskörper gezündet, dennoch bleibt es größtenteils ruhig.
Vereinzelt werden Feuerwerkskörper gezündet, dennoch bleibt es größtenteils ruhig.© dpa | Britta Pedersen

Die Initiatoren, wer immer sie auch sind, haben bereits vor Wochen angekündigt, ihren Aufzug zum einen nicht anzumelden und zum anderen durch das Myfest zu ziehen, was die Polizei in der Vergangenheit stets verhinderte. Die Behördenleitung betont seit Tagen immer wieder, für die Polizei sei es nicht von entscheidender Bedeutung, ob der Aufzug nun angemeldet ist oder nicht, man sei ohnehin mit ausreichend Kräften vor Ort. Und Einzelheiten zu der Demo, etwa den Streckenverlauf betreffend, werde man dann notfalls am Abend des 1. Mai kurzfristig klären.

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Ein Problem könnte dabei aber dennoch entstehen. Vor jeder Demonstration oder Kundgebung findet ein sogenanntes Veranstaltergespräch zwischen Polizeiführung und Anmelder statt. Ohne Anmeldung gibt es auch keinen Anmelder als Ansprechpartner der Polizei. Somit bleibt unklar, mit wem die Einsatzleitung Absprachen über den Ablauf der 18-Uhr-Demo treffen soll. Bei der Polizei hofft man immer noch auf eine Anmeldung, bis Sonnabend ist allerdings nach Angaben einer Polizeisprecherin keine eingegangen.

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Wie sich die Berliner Feuerwehr auf den 1. Mai vorbereitet

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    Route der 18-Uhr-Demo bleibt weiterhin unklar

    Knackpunkt der polizeilichen Einsatzkonzeption bleibt die noch unklare Route der sogenannten „revolutionären Demonstration“. Aus Kreisen der MyFest-Veranstalter war in den vergangenen Tagen wiederholt zu hören, man habe grundsätzlich nichts dagegen, wenn die Demo über das Fstgeelände ziehe, man setze dabei auf die vielen friedlichen Demonstranten. Die Staatsschützer des Landeskriminalamtes (LKA) haben allerdings Erkenntnisse, dass kleine radikale Gruppen Krawalle provozieren wollen.

    Dies zu verhindern und für die Sicherheit der MyFest-Besucher zu sorgen, ist ein Hauptanliegen der Polizei. So ist es üblich, bei drohenden Ausschreitungen aus einer Demo heraus links und rechts des Aufzugs eine Polizeikette zu bilden, seitliche Begleitung wird das im Fachjargon genannt. Angesichts Hunderter von Ständen an den Straßenrändern auf dem Festgelände könnte das jedoch schwierig werden, glaubt ein Polizeiführer. Sowohl Kerstin Philipp, Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), als auch FDP-Innenexperte Marcel Luthe haben daher die Überlegung, die Demonstranten durch das MyFest ziehen zu lassen, bereits heftig kritisiert.

    Konfliktpotenzial enthält eine für 16 Uhr angemeldete Demo, die vom Lausitzer Platz zum Oranienplatz ziehen will und sich ebenfalls „revolutionär“ nennt. Den Endpunkt Oranienplatz hat die Polizei untersagt, dagegen wollen die Initiatoren Eilklage erheben. Schwer einschätzen lässt sich der „Aufzug gegen Ausbeutung“ vom Karl-Marx-Platz zum Hermannplatz. Erwartet werden zwar nur 150 Teilnehmer, darunter aber laut Staatsschutz Gruppen, die durch Aufrufe zu Gewalt und antisemitische Parolen aufgefallen sind.

    Großteil der Demos stellt für Polizei kein Risiko dar

    Zudem wird die Polizei auch den Bürgerpark in Pankow im Auge behalten. Dort veranstaltet die AfD ab mittags ein Familienfest, linke Gruppe haben Proteste dagegen angekündigt. Vorsorglich hält die Polizei in der Nähe Einsatzkräfte bereit, falls friedliche Proteste in Gewalt umschlagen sollten. Alle weitere Veranstaltungen bereiten der Polizei keine übermäßigen Sorgen.

    Polizeigewerkschaften befürchten in Berlin einen „Testlauf“ für noch größere Krawalle beim G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg, wie Jan Reinecke, Hamburger Landeschef und Vorstandsmitglied vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) gegenüber der Berliner Morgenpost warnte. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, beklagte, die Sonderlagen der Polizisten seien eine „riesige Belastung“, andere Aufgaben würden darunter leiden. Bei den tagelangen Großeinsätzen entstünden „Berge von Überstunden, die irgendwann abgegolten werden müssen“, erklärte der Chef der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Er rechnet damit, dass für den G20-Gipfel bundesweit 15.000 Einsatzkräfte zusammengezogen werden müssen.

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    Holzmarkt feiert am 1. Mai Eröffnung

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