Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) war den ganzen Tag auf dem Myfest unterwegs. Am späten Nachmittag zog sie im Grünen-Büro an der Dresdener Straße am Rande des Festgeländes eine Zwischenbilanz.
Berliner Morgenpost: Frau Herrmann, sind Sie denn zufrieden, wie der 1. Mai in Kreuzberg bisher verlaufen ist?
Monika Herrmann: Ja sehr. Zunächst Mal ist wieder gutes Wetter…
Berlin feiert den 1. Mai
Das ist ja wundersamerweise immer so an diesem Tag…
..ja. Das einzige, was ich immer vorhersagen kann, ist das Wetter. Aber Spaß beiseite: Wir haben ja schon im Juni 2015 mit der Arbeit an dem Sicherheitskonzept angefangen. Das Konzept scheint ganz gut aufzugehen. Die Bühnen sind entzerrt worden, es gibt viel weniger Essensstände, so dass es viel mehr Fläche zum Laufen gibt.
Würden Sie sagen, dass die Organisation ein Zukunftsmodell ist? Es gab ja eine Debatte.
Diese Debatte war völlig unnötig. Absurdes Theater. Auch wenn die Choreographie in diesem Jahr ein bisschen anders war, ist es doch eine politische Veranstaltung. Als solche haben wir das Myfest im Juni 2015 angemeldet und haben bis heute weder eine klare Absage noch eine Zusage bekommen. Vom Status her hat sich die Veranstaltung nicht verändert. Den hatten wir damals mit Innensenator Körting und Polizeipräsident Glietsch gemeinsam entwickelt.
Was muss man denn noch anders machen in den nächsten Jahren?
Ich glaube, der Schwerpunkt muss sich noch mehr in Richtung eines politischen Charakters verschieben.
Aber dieses Jahr gab es auch schon mehr Politik als früher.
Ja, aber man kann das noch mehr fokussieren. Ich halte die Idee für gut, dass es Veranstaltungsinseln gibt, wo jeweils ein politischer Schwerpunkt gesetzt wird. Wir haben genügend Probleme in der Welt, so dass man das auch inhaltlich unterfüttern kann. Ich empfinde dieses Fest als eine Art Übergang. Letztes Mal war mehr Party, jetzt gab es schon mehr Politik und das nächste Mal sollte es noch mehr geben.
Viele Anwohner sind dennoch weiterhin gegen das Myfest.
Man sagt ja, es ist ein von Anwohnern getragenes Fest, aber das kann man so zurzeit nicht zu 100 Prozent sagen. Es gibt eine Menge Anwohner, die das Fest ablehnen. Die Leute wollen ein politisches Fest haben, in die Debatte darüber müssen auch diejenigen einbezogen werden, die das Fest kritisch sehen. Wir haben die Diskussion mit den Anwohnern schon aufgenommen, es gab ein Treffen im SO36. Nach dem 1. Mai ist ja immer auch vor dem 1. Mai.













