Umzüge in Berlin

Rechte Demos am 1. Mai: NPD-Politiker zweimal festgenommen

In Weißensee, Hohenschönhausen und Oberschöneweide versammelten sich Rechte. NPD-Kandidat Fabian Knop wurde gleich zweimal auffällig.

Gegendemonstranten in Oberschöneweide

Gegendemonstranten in Oberschöneweide

Foto: S. Pletl

Hunderte Gegendemonstranten haben am 1. Mai in mehreren Stadtteilen gegen Kundgebungen der NPD protestiert. Die rechtsradikale Partei hatte zeitversetzt drei Veranstaltungen angemeldet, vormittags am Antonplatz in Weißensee, mittags am Prerower Platz in Hohenschönhausen und am Nachmittag am S-Bahnhof Schöneweide. An allen Standorten hatten verschiedene Parteien und Initiativen insgesamt fünf Gegenkundgebungen angemeldet, zu denen jeweils zwischen 200 und 400 Teilnehmer kamen. Die NPD konnte lediglich 40 bis 50 Sympathisanten für ihre Veranstaltungen aufbieten.

Die Polizei hatte an allen drei Standorten insgesamt 800 Einsatzkräfte aufgeboten, darunter Unterstützungskräfte aus Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Absperrgitter und dreireihige Polizeiketten zwischen den Kundgebungsorten von Rechten und Linken verhinderten eine direkte Konfrontation. Darüber hinaus wurden beide Gruppen von nahe gelegenen S-Bahnhöfen und Tramhaltestellen getrennt voneinander zu den Kundgebungen eskortiert. Nach dem Ende der Kundgebungen ging es auf die gleiche Weise zurück.

Ein Polizeisprecher sprach am Sonntagnachmittag von einem weitgehend störungsfreien Verlauf der Kundgebungen, einzelne Zwischenfälle gab es dennoch. In Weißensee wurde ein NPD-Funktionär vorübergehend festgenommen, nachdem er versucht hatte, einen Polizisten zu attackieren. Zwei Stunden später fiel der Mann in Hohenschönhausen den Beamten erneut auf, diesmal, weil er eine Sonnenbrille trug, die ein Polizist zuvor verloren hatte. In Hohenschönhausen wurden zudem zwei Gegendemonstranten aus der Antifa-Szene vorübergehend festgenommen. Einer, nachdem er einem Beamten ins Gesicht geschlagen hatte, ein Zweiter nach seinem Versuch, die Absperrungen zu überwinden. In Schöneweide wurden zunächst keine Zwischenfälle bekannt.

Größere Polizeieinsätze gab es hingegen bei rechten Veranstaltungen außerhalb Berlins. Bei einer Veranstaltung von Rechtsextremisten im sächsischen Plauen eskalierte die Situation am Sonntagnachmittag. Die Polizei setzte daraufhin Wasserwerfer ein. Bei einer DGB-Veranstaltung in Zwickau, ebenfalls in Sachsen, wurde Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) bei seiner Rede mehrfach lautstark von rechten Gruppen gestört. Die Polizei traf daraufhin Maßnahmen, um den Minister und weitere Anwesende auf der Bühne vor möglichen Attacken zu schützen. Kurz danach beruhigte sich die Lage wieder.