Haben Sie auch panische Angst vor Spinnen? Ja? Dann versuchen Sie, diesen Text trotzdem weiterzulesen. Denn wir Menschen können von den kleinen Krabbeltieren mehr lernen, als wir ahnen.

Ein Forscherteam aus Berlin und der US-Stadt Pittsburgh hat die Spinne „Stegodyphus mimosarum“ untersucht. Diese Arachniden gehören zu den wenigen der 43.000 Arten, die nicht als Einsiedler, sondern in teils riesigen Gruppen leben. Den Phobikern dürfte allein der Gedanke daran einen eisigen Schauer über den Rücken jagen – ebenso wie die Tatsache, dass die in Afrika beheimateten Tierchen Netze weben, die die Dimension eines Kleinwagens annehmen können.

Wie die Wissenschaftler laut „New York Times“ beobachteten, bildet jede Spinne darin eine individuelle Persönlichkeit aus. Diese sorgt nicht nur dafür, ob eine Spinne etwa einen Job als Jäger oder Baumeister bekommt, sondern auch, ob sie mutig oder schüchtern auftritt. Für die Forscher ließen sich daraus spannende Rückschlüsse auf den Menschen ziehen: So wie die Spinnen ihre soziale Nische und ihren Platz im Gefüge finden, bilden wir in Gruppen Verhaltensweisen aus, die wir als Einzelperson nicht entwickeln würden.

Dabei kann unsere soziale Nische in jeder Gruppe anders aussehen – wir nehmen unter Arbeitskollegen eine andere Rolle ein als früher in der Schule. Es sind also immer auch die anderen, die für unser Verhalten verantwortlich sind. Und so sagt uns tatsächlich ein gefürchtetes Tierchen, warum wir mitunter sind, wie wir sind. Nur das mit der Spinnenangst blieb bei dieser Studie leider ungeklärt.