Bisher verband man mit dem Ort eher das Schwergewicht deutscher Kulturgeschichte, Johann Sebastian Bach. Doch nun wird die kleine anhaltische Stadt Köthen als Zentrum der Homöopathie noch schwergewichtiger als bisher.
Der homöopathische Weltärzteverband eröffnete am Samstag mit einem Festakt symbolisch seinen neuen Sitz im Haus des Gründungsvaters dieser alternativen Behandlungsmethode, Samuel Hahnemann (1755-1843), in Köthen.
Dazu seien rund 50 geladene Gäste nach Köthen gekommen, wie der Sprecher des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, Christoph Trapp, am Samstag sagte. Die Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis (LMHI) folgt damit der in Köthen ansässigen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie sowie der Homöopathie-Stiftung.
In Genf hat die Organisation nicht mehr erforderlichen Status erhalten
Bislang hatte der LMHI seinen Sitz im schweizerischen Genf. Weil die Organisation dort aber nicht mehr den Status der Gemeinnützigkeit bekam, zog sie eigenen Angaben zufolge nach Deutschland. Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit sind in Berlin angesiedelt, Köthen ist das symbolische Zentrum, wie es hieß.
Dort sollen Tagungen und Vorstandssitzungen abgehalten werden. Zu den Zielen der Organisation gehört es, die Forschung auf dem Gebiet der Homöopathie voranzutreiben, Mediziner weiterzubilden und Ärzteverbände bei politischen Fragen zu unterstützen. Zur LMHI zählen nach Verbandsangaben rund 6000 Mitglieder aus mehr als 70 Ländern.
Den Grundstein für die Homöopathie legte in Köthen vor knapp zwei Jahrhunderten Samuel Hahnemann. Er behandelte unter anderem Nervenkrankheiten. Das Haus des Gründungsvaters soll als neue Adresse des internationalen Ärzteverbands dienen.
dpa/oje


