10.08.12

Perseiden

Wie man Sternschnuppen richtig fotografiert

Viel Geduld ist gefragt: Wer eine Sternschnuppe fotografieren will hat an diesem Wochenende gute Chancen - Grund ist der Perseidenstrom.

Von Tatjana Thamerus
Foto: dpa Picture-Alliance
Draconiden
Hobbyfotographen aufgepasst: Am Wochenende stehen die Chancen gut eine Sternschnuppe vor die Linse zu bekommen.

Wer eine Sternschnuppe sieht, darf sich etwas wünschen. Wer aber eine Sternschnuppe fotografiert, der hatte schon richtig viel Glück. Doch an diesem Wochenende stehen die Chancen auch für die Hobbyfotografen gut, die sonst nicht so viel Geduld aufbringen können oder wollen.

In der Nacht zum Sonntag können am Himmel über Berlin Hunderte Sternschnuppen beobachtet werden. Grund ist der sogenannte Perseidenstrom, wie Dietmar Fürst von der Archenhold Sternwarte in Berlin sagte. Der Höhepunkt werde zwischen 1 und 3 Uhr erreicht. Dann könnten pro Stunde bis zu 100 Sternschnuppen auftreten.

Wer ein schönes Foto von einer Sternschnuppe schießen will, muss einige Regeln beachten, denn Sternschnuppen sind mit 35 bis 70 km/s schnelle Objekte und daher schwer zu fotografieren. Grundvoraussetzung ist eine Kamera, bei der man die Belichtungszeit und die Empfindlichkeit (ISO) einstellen kann. Weiterhin muss die Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv ausgestattet sein, um möglichst viel vom Himmel einfangen zu können, rät Jost Jahn, Pressesprecher der Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS).

Lichtverschmutzung minimieren

Außerdem sollten sich Fotografen einen geeigneten Ort aussuchen. Es dürfen möglichst keine störenden Lichtquellen in der Umgebung sein. Das heißt möglichst: raus aus der Stadt, um die Lichtverschmutzung zu minimieren. Dann braucht das Auge immer einen Orientierungspunkt, um die Sternschnuppe später auf dem Bild einordnen zu können. Deshalb empfehlen die Experten, sich einen Baum oder ein Haus zu suchen, das im Vordergrund zur Orientierung dient.

Lange Belichtungszeiten nötig

Da Nachtfotografien lange belichtet werden müssen, kann man die Bilder nicht aus der Hand machen. "Verwenden Sie ein Stativ, um die Bilder nicht zu verwackeln", meint Jahn. Wenn alles so bereit ist, gilt es nun die Kamera richtig einzustellen: Die Belichtungszeit sollte auf mindestens 10 Sekunden eingestellt, die Empfindlichkeit auf circa 3200 ISO hochgestellt werden und die Blendezahl muss klein (5,6 oder weniger) eingestellt sein, um die Blende weit zu öffnen. "Aber der Zoom muss auf jeden Fall ausbleiben!", sagt Jahn.

Wetterdienst hat gute Aussichten

Auch der deutsche Wetterdienst hat gute Nachrichten für alle Sterngucker: "Für die Nacht erwarten wir recht freundliches Wetter", sagte Meteorologe Thomas Ruppert. Am Sonnabend soll es zwar noch etwas lockere Bewölkung in Deutschland geben, "die aber zum Abend größtenteils zusammenfällt", sagte er. Etwas Bewölkung werde noch im Westen und Südwesten erwartet.

Das Himmelsereignis tritt jedes Jahr um den 12. August herum auf, wenn die Erde sich der Bahn des Kometen Swift-Tuttle nähert, der auf seiner Umlaufbahn eine Wolke aus staubig-eisigen Überresten hinterlässt. Die als Glücksbringer geltenden Himmelserscheinungen entstehen durch das Verglühen millimeter- bis zentimetergroßer Partikel (Meteoroide) beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Die Staub- und kleinen Gesteinsteilchen fliegen mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 Kilometern pro Sekunde und werden beim Eintritt in die Erdatmosphäre durch Reibung an Luftpartikeln so stark erhitzt, dass sie verglühen. Die Gesteinsteilchen der Perseiden seien meistens kleiner als einen Millimeter, sagte Fürst. Zum Beobachten sind aber weder Teleskop noch Fernglas nötig, sondern nur das bloße Auge. Die Bezeichnung Perseiden rührt vom Sternbild Perseus her. Manchmal werden sie auch Laurentius-Tränen genannt, nach dem im Jahr 258 nach Christus gestorbenen gleichnamigen Märtyrer.

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