„Wetten, dass..?“ war keine fünf Minuten alt, da hatte der Unterhaltungsdampfer des ZDF schon wieder einen kleinen Skandal. Moderator Markus Lanz hatte kaum die Bühne in Augsburg betreten und seine Co-Moderatorin für das Weihnachtsspecial, Michelle Hunziker, vorgestellt, da tappte der 44 Jahre alte Südtiroler ins erste Fettnäpfchen. Augsburg würde es nicht schaffen, so wettete Lanz, 25 Pärchen aus Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer auf die Bühne zu bringen.
Dazu wackelten zwei Marionetten mit ihren Köpfchen, und eine Stimme sagte: „Jim Knopf muss natürlich geschminkt sein, schwarze Farbe oder Schuhcreme, ganz egal.“ Bei Twitter brach daraufhin ein Sturm der Entrüstung los. Verweise auf „Blackface“ wurden geteilt, ein Begriff aus den USA des 19. Jahrhunderts, als sich weiße Theaterkünstler das Gesicht schwarz färbten, um Schwarze darzustellen.
Weder in der Sendung noch im Internet ging das ZDF auf die Vorwürfe ein – auch ganz am Ende nicht, als weit mehr als die geforderten 50 Personen in Verkleidung auf der Bühne standen, und sogar Augsburgs Oberbürgermeister Kurz Gribl mit seiner schwarz angemalten Frau mit dabei war.
Erfolgreiche Kandidaten, friedliche Gäste
In den mehr als 150 Minuten zuvor lieferte der in der Vergangenheit arg gescholtene Lanz eine solide, wenig aufsehenerregende Vorstellung ab. Alle Wetten wurden gewonnen – ein junger Mann löschte auf einem Gummiband („Slackline“) schwingend sechs Kerzen, ein Ehepaar erkannte 50 ABBA-Songs nur am Geräusch des Knabberns an Knäckebrot. Die Gäste waren friedlich und twitterten nicht, wie Schauspieler Armin Rohde es in der vergangenen Sendung aus Langeweile noch getan hatte.
Und Lanz war entspannt – auch wenn seine Witze wie so oft ins Leere liefen und mit Stille bestraft wurden. Seine viel genutzte Formulierung „Von dir gibt es den großen Satz“ ließen sowohl Entertainerin Ina Müller als auch Schauspieler Olivier Martinez abperlen („Ähm nein, das habe ich nicht gesagt.“ Darauf Lanz: „Vielleicht hat es auch Wolfgang Stumpf über Ina Müller gesagt. Ist ja auch wurscht.“).
Peinliche Momente für Markus Lanz
Einer der Höhepunkte der Sendung wurde dann aber zum peinlichsten Moment für den Moderator. Björn Ulvaeus, Sänger von ABBA, hatte einen beeindruckenden, warmherzigen Auftritt. Er sprach in gutem Deutsch über ein Treffen mit seinen drei Bandkollegen vor wenigen Wochen, bei dem auch über eine Wiedervereinigung nachgedacht worden sei, doch dazu werde es nicht kommen.
Bei der Verabschiedung von Ulvaeus streckte Lanz dem 68-Jährigen sekundenlang die Hand hin – doch der war von Musikerkollege Michael Bublé fasziniert und ignorierte Lanz schlicht. Nach einer gefühlten Ewigkeit grapschte Lanz einfach zu und ging.
Wettkönigin wurde am Ende die Augsburgerin Nina Kaimer. Sie entwirrte in Sekundenschnelle Wörter in ihrem Kopf und sortierte die Buchstaben. Das ZDF hätte mit dem Begriff „Blackface“ vor der Sendung üben, und damit den Aufreger zu Beginn verhindern können.


