Es sind Bilder, wie man sie nur aus Endzeitfilmen wie „Der Omega-Mann“ kennt: Zwei Jahre nach dem verheerenden Tsunami und der Atomkatastrophe von Fukushima hat Google Street View Bilder aus der Evakuierungszone online gestellt. Wie das Online-Journal „Techchrunch“ berichtet, mussten am 11. März 2011 insgesamt 21.000 Menschen die Stadt Namie verlassen. Bis heute steht die Stadt leer, sie ist zu dicht am havarierten Reaktor von Fukushima und damit verstrahlt.

Anfang März 2013 begann Google Street View damit, die Stadt wieder zu fotografieren, und zwar auf eine Einladung des Bürgermeisters hin. Tamotsu Baba sagte dem Blog von Google Japan: „Viele der Menschen, die evakuiert wurden, wünschen sich, den aktuellen Stand in ihrer Stadt zu sehen. Außerdem gibt es sicher viele Menschen in der Welt, die einen besseren Eindruck davon gewinnen wollen, wie der nukleare Zwischenfall die umliegenden Gemeinden betroffen hat.“

Das Schild an der verlassenen Straße zeigt den Weg nach Fukushima

Die Bilder auf Google Street View sind verstörend. Sie zeigen eine Geisterstadt mit leeren Straßen, Gebäuden, die teilweise eingestürzt oder beschädigt sind oder aber auch völlig unversehrt zu sein scheinen. Überall wächst hüfthoch das Gras. Die Geschäfte sind verrammelt, teils mit heruntergelassenen Jalousien, teils mit Brettern oder auch nur mit Plastikplanen. Kein Auto ist zu sehen, die ganze Stadt ist verwaist. An den Landstraßen liegen zum Teil noch Schiffe, die von dem Tsunami dorthin gespült wurden.

Die Innenstadt ist völlig leer, die Geschäfte sind verrammelt

Wie Baba weiter sagte, habe sich der Rest der Welt seit dem März-Desaster voranbewegt. Viele Plätze in Japan würden beginnen, sich zu erholen. „Aber in Namie steht die Zeit still“, so Baba. „Wir wären glücklich, wenn Sie sich die Bilder bei Street View ansähen, um den aktuellen Zustand unserer Stadt und den Ernst der Situation zu verstehen.“

Für Google ist das ein Teil des Projekts „Erinnerungen für die Zukunft“, ein digitales Archiv, in dem sich Fotos von Japan vor und nach dem Erdbeben finden. Zu den erfassten Gebieten gehört auch Rikuzentakata im nordöstlichen Japan, wo der Tsunami besonders verheerende Schäden angerichtet hatte.

Einige Gebäude sind in sich zusammengestürzt