Zweite Liga Dritte Chance für Unions Quiring

Christopher Quiring (Mitte) muss sich härter denn je gegen die Konkurrenz durchsetzen

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Christopher Quiring (Mitte) muss sich härter denn je gegen die Konkurrenz durchsetzen

Unions Flügelflitzer Christopher Quiring will wieder mehr sein als nur Publikumsliebling. Die vergangenen Wochen lassen ihn hoffen.

Berlin.  Auf den freien Sonntag, so es ihn denn geben wird, wird Christopher Quiring verzichten müssen. Der Mittelfeldspieler des 1. FC Union wird am Tag nach dem Auftritt des Fußball-Zweitligisten am Sonnabend beim MSV Duisburg den Fans der Köpenicker Autogrammwünsche im Fanshop nahe des S-Bahnhofs Köpenick erfüllen (14 bis 15 Uhr).

Gut möglich, dass Quiring dann ein wenig länger zu tun hat, schließlich ist er der Publikumsliebling bei den Köpenickern. Und er hat zuletzt mal wieder auf sich aufmerksam machen dürfen, beim 4:0 gegen den FSV Frankfurt vor einer Woche, dank einer guten Leistung und eines Assists gab es sogar reichlich Applaus von den Rängen. "Natürlich nehme ich so etwas war. Das freut einen riesig, wenn man vom Platz geht und die Fans hinter einem stehen. Ich genieße das erst einmal", sagte Quiring.

Um dies einordnen zu können, muss man wissen, dass es Quirings erstes Spiel von Beginn an in dieser Saison gewesen ist. Am 25. Spieltag. "Ich habe geglaubt, dass seine Stärken für den Gegner Frankfurt passend sein würden", begründete Unions Trainer André Hofschneider seine Entscheidung. Und in Duisburg? "Ich habe mit Quiring gesprochen. Er weiß Bescheid, ich weiß Bescheid, alles andere sehen wir am Sonnabend", erklärte Hofschneider. Klingt nicht gerade so, als würde Quiring erneut eine Chance von Beginn an erhalten. Aber auch nicht so, als hätte sich der 25-Jährige endgültig aufs Abstellgleis gespielt.

Schon als Jugendlicher im Fanblock

Eben dort war er gelandet, bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere bei Union. Noch unter Ex-Trainer Uwe Neuhaus stand der Flügelflitzer vor dem Aus, sein Abgang zum damaligen Ligakonkurrenten Arminia Bielefeld schien in der winterpause der Saison 2013/14 fast schon beschlossen.

Doch Quiring entschied sich für Union. Den Verein, dem er schon seit Kindheit an verfallen ist. Erst als Fan auf der Waldseite der Alten Försterei, sein Tattoo des Fanclubs Wuhlesyndikat zeugt noch heute von der Verbundenheit mit dem Union-Anhang. Später als Jugendspieler, der sich Schrit für Schritt bis zum Zweitligaprofi hochgearbeitet hatte.

Unter Neuhaus-Nachfolger Norbert Düwel nutzte er seine zweite Chance und spielte er sich wieder in die Mannschaft. Bis Sascha Lewandowski die Mannschaft übernahm – und Quiring plötzlich keine Rolle mehr spielte. Ex-Trainer Lewandowski hatte ihm sogar eine Luftveränderung nahe gelegt. Sicher kein abwegiger Gedanke, um der Karriere noch einmal neuen Schwung zu geben. Doch Quiring, der in der vergangenen Winterpause sowohl mit Energie Cottbus als auch Hansa Rostock in Verbidnung gebracht wurde, entschied sich erneut für den Klub aus seiner Heimatstadt.

Sein Vertrag läuft bis 2017

Dass er gegen Frankfurt glänzen durfte, war sicher auch dem Umstand des großen Lazaretts geschuldet, dass Union seit Wochen mit sich schleppt. Wäre Christopher Trimmel nicht nach einem grippalen Infekt angeschlagen gewesen, wäre für Quiring wohl erneut nur ein Platz auf der Bank übrig geblieben.

So aber bestärkte Hofschneider den Rechtsfuß darin, seinen Vertrag bis 2017 auch erfüllen zu wollen. "Er hat in den vergangenen Wochen nie aufgesteckt, auch in für ihn nicht einfachen Situationen", sagte Hofschneider.

Quiring wird jedenfalls weiter kämpfen, vielleicht schon wieder in Duisburg, in jedem Fall aber in den kommenden Wochen. Und er wird auf dem Boden bleiben. Seine Startelf-Rückkehr will er nicht überbewerten. Ob er in den vergangenen Wochen daran gedacht hat, dass es für ihn bei Union nichts mehr werden würde? Quirings Antwort ist ebenso schnell wie kurz: "Ja."

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