2. Liga Trotz Lewandowski-Diagnose: Klarer Heimsieg für Union

Bobby Wood traf zwei mal für die Köpenicker

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

Bobby Wood traf zwei mal für die Köpenicker

Union Berlin gewinnt unter der Leitung des bisherigen Co-Trainers und neuen Chefs André Hofschneider 4:0 gegen den FSV Frankfurt.

Natürlich drehte sich in erster Linie alles um den Mann, der gar nicht anwesend war in der Alten Försterei. Nicht anwesend sein konnte. "Wenn ein Kollege wegen Krankheit seinen Job aufgeben muss, dann rückt der Fußball in den Hintergrund. Beste Genesungswünsche an Sascha Lewandowski", sagte Tomas Oral, der Trainer des FSV Frankfurt.

Auch André Hofschneider dachte zu allererst an seinen ehemaligen Chef, der wegen des Burnout-Syndroms seine Tätigkeit auf Anraten der Ärzte beendete. "Beste Wünsche für die kommenden Wochen, die mitunter auch schwer werden können", sagte der Co-Trainer des 1. FC Union nach dem 4:0 (3:0) gegen die Hessen. Ein Sieg, der "aus seiner Handschrift heraus entstanden ist", fügte Hofschneider hinzu, der den Fußball-Zweitligisten bis Saisonende betreuen wird.

Hatte Hofschneider tatsächlich keine Aktie am höchsten Saisonsieg, wo er doch mit Michael Parensen im defensiven Mittelfeld und Christopher Quiring für den kurzfristig ausgefallenen Maximilian Thiel (Oberschenkel) zwei eher unerwartete personelle Änderungen vorgenommen hatte? "An diesem Tag kann und will ich nichts für mich in Anspruch nehmen. Die Aufstellung, die wir auch im Training schon oft ausprobiert haben, ist klar von Lewandowski geprägt", erklärte Hofschneider.

Stattdessen lobte er seine Spieler, die nach Benny Köhlers Krebsdiagnose im Februar vergangenen Jahres nun bereits den zweiten Rückschlag dieser Art erfahren mussten: "Kompliment, wie die Mannschaft das weggesteckt hat", so Hofschneider. Mit einer keineswegs überragenden Vorstellung gegen einen nur mit Wohlwollen als mäßig zu bezeichnenden FSV, dafür aber mit einer Effektivität, wie man sie sich viel öfter wünschen würde bei den Köpenickern.

Gut 20 Minuten neutralisierten sich beide Mannschaften vor 18.173 Zuschauern nahezu vollständig, dann stand es plötzlich 1:0. Nach einem Freistoß von Felix Kroos schraubte sich Damir Kreilach ein wenig höher als sein Bewacher Florian Ballas und köpfte unhaltbar für FSV-Torwart André Weis ins Tor (24.). Es war das achte Saisontor des Kroaten.

Apropos Kreilach: Der Mittelfeldspieler war ebenso wie Stürmer Bobby Wood nach einer Sperre in die Startelf zurückgekehrt. Die gut 90 Minuten gegen Frankfurt zeigten, wie wertvoll beide Profis für Union sind. Fünf Minuten nach der Führung wurde Christopher Quiring von Manuel Konrad im Strafraum gefoult, den fälligen Elfmeter verwertete Wood eiskalt zum 2:0 (29.). Und der US-Nationalspieler ("Sehr schade, dass Lewandowski weg ist, von ihm konnte man so viel lernen") legte gleich noch sein zwölftes Saisontor nach. Indem er genau das tat, was man von einem Torjäger erwartet: Er war nach einem Fehler von Torhüter Weis, der einen Schuss von Benjamin Kessel nicht festhalten konnte, zur Stelle (35.). Drei Chancen, drei Tore, die Partie war bereits zur Pause entschieden.

"Nach dem Wechsel haben wir einen Gang rausgenommen", sagte Kapitän Kessel, der seinen grippalen Infekt vollständig auskuriert hatte und auf die rechte Seite zurückkehrte. Entsprechend aktiver wurden die Frankfurter in Halbzeit zwei, doch die Gefahr, dass Union die Partie in irgendeiner Weise noch aus der Hand geben würde, bestand zu keiner Zeit, auch wenn FSV-Coach Oral feststellte: "Wenn wir den Anschlusstreffer schaffen, wird es noch mal unruhig im Union-Strafraum." Möglichkeiten durch Fernol Perdedaj (55.) – der Schuss des Ex-Herthaners wurde von Union-Verteidiger Roberto Puncec auf der Linie geklärt – und Ballas, der den Ball aus fünf Metern über das Tor drosch (70.), blieben ungenutzt.

So legte Union mit Christopher Trimmels erstem Zweitligator nach (90.+1). Achter Saisonsieg, erstmals seit 21. Dezember 2013 (4:2 gegen Bielefeld) wieder vier Union-Tore – "der Sieg war auch für Lewandowski", schickte auch Kessel im Namen des Teams Genesungswünsche an seinen Ex-Trainer.

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