Seit Donnerstag läuft „Die Bestimmung“ im Kino. In dem spannenden und in den USA sehr erfolgreichen Film muss sich die 16-jährige Tris entscheiden, mit wem sie künftig leben will: mit ihrer Familie oder mit Fremden in einer anderen Fraktion. Jeder Bürger der Stadt – der Film spielt im Chicago der Zukunft – gehört zu einer solchen Fraktion. Tris, die bei den Altruan, den Selbstlosen, aufgewachsen ist, entscheidet sich für Ferox, die Furchtlosen. Dort trifft sie auf den geheimnisvollen Four. Es folgen: eine Liebesgeschichte und sehr viel Action. Unsere Schülerreporter Helena und Jessica, beide 12, haben die Hauptdarsteller des Films, Shailene Woodley und Theo James, zum Interview getroffen.

Helena & Jessica: Im Film muss sich jeder mit 16 Jahren für eine Fraktion entscheiden. Welche Fraktion würdet Ihr wählen?

Shailene Woodley: Wahrscheinlich Ferox. Diese Sachen, die sie machen, würden mir Spaß machen. Ich liebe Herausforderungen! Und ich finde es toll, dass sie wie Brüder und Schwestern zueinander sind. Sie beschützen sich gegenseitig.

Zu Ferox hast Du also die stärkste Verbindung?

Woodley: Ja, auf jeden Fall. Oder Amite, die Friedfertigen, die liebe ich auch. Aber ich glaube, mit denen würde ich mich langweilen. Und ihre Klamotten sind ziemlich hässlich.

Theo, welche Fraktion würdest Du wählen?

Theo James: Ferox, mit denen hat man am meisten Spaß. Ken, die Wissenden, interessieren mich auch, weil ihr ganzes Wissen auf der Wissenschaft basiert. Und ich mag ihre blauen Klamotten.

Die Wahl der Fraktion ist im Film enorm wichtig. Welche schwierige Entscheidung musstet Ihr in Eurem eigenen Leben treffen?

James: Nach der Uni war es schwer, mich zu entscheiden, ob ich zur Theaterschule gehen soll, um Schauspieler zu werden. Das war eine große Entscheidung.

Woodley: Ja, das stimmt.

James: Ich hätte auch Astronaut werden können (alle lachen).

Im Film hast Du vier große Ängste. Und was ist Deine eigene größte Angst?

James: Ich denke, meine größte Angst ist vermutlich, allein auf offenem Meer zu schwimmen, und dass ein Hai meine Beine verschlingt. Das würde furchtbar wehtun (alle lachen). Ich glaube, ich habe zu oft „Der weiße Hai“ gesehen.

Woodley: Ist Dir so etwas ähnliches wirklich mal passiert?

James: Das ist wahrscheinlich nur eine Paranoia, aber als ich einmal am Mittelmeer war, nahe der italienischen Küste, hat ein Hai ein Boot angegriffen. Es gab sogar ein Video, auf dem der Hai zu sehen ist, wie er in das Boot beißt. Zum Glück wurde dabei niemand verletzt. Am Tag nach der Haiattacke war ich Windsurfen und wurde von der Küste weggetrieben – das war ganz schön gruselig für mich. Trotzdem liebe ich Schwimmen und vor allem tauche ich gerne.

Teil einer Gruppe zu sein ist in „Die Bestimmung“ wichtig. Wie ist das bei Euch selbst?

Woodley: 50 Prozent von mir lieben es, Teil einer Gruppe zu sein und mit anderen etwas zu machen. Und die anderen 50 Prozent wollen lieber alleine sein. Aber Deine Familie und Deine Freunde, die sind wichtig, die kennen Dich und die wissen, wie Du tickst. Bei denen musst Du Dich nicht vorstellen, Du kannst Dich einfach hinsetzen und mit ihnen über alles reden. Die Familie und Freunde, die bewerten Dich nicht. Dagegen Leute, die Dich zum ersten Mal treffen, die tun das.James: Bei mir ist es ähnlich. Ich bin auch gerne allein. Ich bin aber auch gerne mit meinen ältesten Freunden zusammen. Man vertraut sich, man kennt sich schon so lange, hat schon viel miteinander erlebt.

War es auch schon in der Schule wichtig für Euch, in einer Gruppe zu sein?

James: Ja, ich bin noch heute mit einigen befreundet. Shai hat ein paar von ihnen getroffen.

Woodley: Ein paar? Das war Deine ganze Uni!

James: Ja, aber auch meine Schulfreunde. Die A-Crew, so haben wir uns genannt.

Es gibt viele gefährliche Szenen im Film. Habt ihr einige Stunts auch selbst gemacht?

James: Es gab bestimmte Sachen, die uns die Versicherung und das Filmstudio nicht hat machen lassen. Zum Beispiel, als Tris vom Dach eines Hauses – sechs, sieben Stockwerke hoch – in ein Netz springen muss. Shai hat mir erzählt, dass man sich bei solchen Sprüngen leicht verletzen kann.

Woodley: Viele sind schon bei 15-Meter-Sprüngen gestorben. Mein Stuntdouble ist für den Film aus 18 Metern gesprungen – in Übungen sogar aus 24 Metern.

Welche Stunts habt Ihr selbst gemacht?

Woodley: Ich habe die meisten Kampfszenen selbst gemacht, Theo sogar alle. Auf dem Riesenrad, das sind wir selbst. Und als Tris an der Zip-line durch die ganze Stadt rast, das bin ich auch.

Hattet Ihr ein spezielles Training?

Woodley: Vor den Dreharbeiten haben wir einen Monat lang Fitness-Training gemacht und Kampf-Choeografien einstudiert.

Theo, am Anfang des Films bist Du ziemlich fies zu den Neuen. Fiel Dir das schwer?

James: Nö (alle lachen). Es hat Spaß gemacht, das mal rauszulassen. Mir gefällt an Four, dass man anfangs nicht genau weiß, ob er gut oder böse ist. Im Verlauf des Films sieht man, dass er gut ist.

Was habt Ihr mit euren Figuren gemeinsam?

James: Ich habe keine Ängste. Nee, ist nur ein Witz. Four ist ziemlich ungeduldig, genauso wie ich.

Woodley: Tris und ich, wir haben eine Menge gemeinsam. Manchmal begibt sich Tris idiotischerweise in gefährliche Situationen, obwohl sie das nicht müsste. Diese Neigung habe ich auch. Und manchmal habe ich die Gewohnheit, für Sachen zu kämpfen, wo ich einfach „Nein“ sagen könnte. Zum Beispiel wenn ich richtig krank bin und ich mich vielleicht hinlegen sollte, sage ich: „Das geht schon.“ Anstatt für mich zu sorgen.