Am Ende war der Druck zu groß. Als der Regierende Bürgermeister Michael Müller öffentlich aussprach, was sich schon Wochen zuvor hinter den Kulissen andeutete, gab es kein Zurück mehr. Der Chef des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso), Franz Allert, muss gehen. Um sein Gesicht zu wahren, lässt es Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) wie einen Rücktritt aussehen. Egal, Allert macht endlich den Weg für einen Neuanfang frei.
Das Lageso hatte in den vergangenen Monaten traurige Berühmtheit erreicht. Es ist zum Sinnbild für einen katastrophalen Umgang mit ankommenden Flüchtlingen geworden – nicht nur bundesweit sondern auch international.
Beschämende Zustände flimmerten fast täglich aus dem Gelände an der Moabiter Turmstraße in Millionen Haushalte. Zwar gab es jede Menge Willensbekundungen, es jetzt endlich besser zu machen, aber nichts änderte sich.
Jeden Tag mussten hunderte Flüchtlinge in der Kälte warten, manchmal Wochen, um einen Termin im Amt zu erhalten. Allein die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer verhinderten, dass die Lage weiter eskalierte.
Das nächtliche Chaos am Berliner Lageso
Jetzt hat Czaja unter dem Druck des Regierenden Bürgermeisters also die Reißleine gezogen. Fast zu spät. Die Missstände sind seit Monaten bekannt, die an Ignoranz reichende Haltung des Lageso-Chefs auch – aber der zuständige Senator Czaja hatte den Kopf in den Sand gesteckt und schulterzuckend zugesehen.
Erst jetzt, nachdem Müller ein Machtwort sprach, reagierte er. Das hilft hoffentlich den vielen Flüchtlingen, die in die Stadt kommen, aber ob es Czaja hilft, ist noch nicht entschieden. Die Verzweiflungstat von Mittwochabend gleicht einem Eingeständnis, in den vergangenen Monaten fortgesetzt versagt zu haben.
So leben die Flüchtlinge im Flugfhafen Tempelhof
Aber wie will Czaja jetzt, wo sein wichtigster Mitarbeiter in der Flüchtlingsfrage weg ist, verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen? Er muss einen Nachfolger finden, der schnell sichtbare und spürbare Verbesserungen durchsetzt. Wenn das nicht gelingt, wäre ein Rücktritt des einstigen Hoffnungsträgers der Berliner CDU nicht nur folgerichtig sondern zwangsläufig.




























