10.02.13

Berlinale

Die Shooting Stars 2013 wirken frisch und motiviert

Eine Jury hat zehn hoffnungsvolle Jungschauspieler vorgestellt. Sie scheinen souverän genug, im Chaos nicht die Nerven zu verlieren.

Von Thomas Abeltshauser
Foto: © JÖRG KRAUTHÖFER

Die Schweizer Schauspielerin Carla Juri spielt in der Verfilmung von Charlotte Roches Skandalroman „Feuchtgebiete“ die Hauptrolle
Die Schweizer Schauspielerin Carla Juri spielt in der Verfilmung von Charlotte Roches Skandalroman "Feuchtgebiete" die Hauptrolle

Dieses Mal sollte alles ganz anders sein, als am Sonntagnachmittag die Shooting Stars 2013 im Hotel de Rome präsentiert werden. Keine Pressekonferenz auf dem Podium sollte es mehr sein, wo eine Moderatorin den Nachwuchsdarstellern der Reihe nach jedem mehr oder weniger sinnvolle Fragen stellt.

Diesmal werden die zehn Auserkorenen nach einer kurzen Vorstellung gleich auf die anwesenden Journalisten verteilt, denen sie im Akkord Kurzinterviews geben, um sie so einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Mit der Organisation sind die Veranstalter dann allerdings heillos überfordert. Zum Glück scheinen die zehn Jungschauspieler, sieben Frauen und drei Männer aus ganz Europa, souverän genug, im Chaos nicht die Nerven zu verlieren.

Deutsch ist gar nicht so schwer

Einer von ihnen ist der Italiener Luca Marinelli, bekannt aus der Bestsellerverfilmung "Die Einsamkeit der Primzahlen". Der 28-Jährige ist im Juni 2012 von Rom nach Berlin gezogen, nicht wegen der Krise im Süden, wie er mit einem Grinsen betont, "sondern weil meine Freundin deutsch ist."

Mit ihr wohnt er im Prenzlauer Berg, auch wenn er wegen Dreharbeiten noch häufig pendelt. "Aber ich lerne fleißig deutsch und würde gerne auch hier in Filmen mitspielen."

Alles über die 63. Berlinale lesen Sie in unserem Special.

Die Shooting Stars-Initiative sieht er dafür als Sprungbrett. "Wir treffen wichtige Besetzungsagenten aus verschiedenen Ländern, da klappt es vielleicht bald mit einer Rolle", hofft er. Im italienischen Kino sei das gerade sehr schwierig, vor allem für den Nachwuchs.

Er schaue sich in Berlin viele Erstlingsfilme und Theaterstücke der Schauspielschulen an und versteht von Mal zu Mal mehr. "Viele jammern, Deutsch sei so eine schwere Sprache, aber das ist es gar nicht, wenn man die Struktur verstanden hat."

Ausgewählt wurden die Talente von einer fünfköpfigen Jury, darunter die bosnische Regisseurin Jasmila Zbanic, Gewinnerin des Goldenen Bären 2006 für "Esmas Geheimnis", und die italienische Schauspielerin Alba Rohrbach, die 2009 ebenfalls Shooting Star war und seitdem unter anderem in Doris Dörries "Glück" mitspielte.

Sie erzählt, dass sie durch die Initiative auch andere Angebote aus dem Ausland bekam, aus Frankreich und England etwa. "Ich will weiter an meinen Sprachkenntnissen arbeiten und öfter im Ausland drehen", erklärt sie.

Internationale Projekte

Für zwei jüngere Kolleginnen aus dem Jahrgang 2013 läuft es international recht gut. Die 19-jährige Deutsche Saskia Rosendahl hat bereits für australische und französische Filmemacher gearbeitet. Und Carla Juri aus dem Tessin hat schon in Italien, England und Deutschland gedreht. Zuletzt stand die mehrsprachig Aufgewachsene für die Verfilmung von Charlotte Roches Skandalroman "Feuchtgebiete" vor der Kamera.

Wenn die 27-Jährige vor einem sitzt, mag man kaum glauben, dass sie bald auf der Leinwand über Sex und Körperflüssigkeiten redet. "Ich habe früher Eishockey gespielt, bin deshalb sogar nach New York auf eine Sport High School gegangen. Mich haut so schnell nichts um", lacht sie. Was als nächstes kommt, weiß sie noch nicht, doch international bleibt ihr Leben auch weiter: Sie pendelt zwischen London und Berlin.

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