01.12.12

Hauptstadtflughafen

BER-Technikchef hält Airport schon zum Start für ausgelastet

Bereits im ersten Jahr rechnen Experten mit der vollen Auslastung des Hauptstadtflughafens. Es müssten dann direkt Erweiterungen folgen.

Foto: dpa

Die Kapazitätsgrenze des Hauptstadtflughafens BER wird laut einem Bericht bereits im ersten Betriebsjahr erreicht
Die Kapazitätsgrenze des Hauptstadtflughafens BER wird laut einem Bericht bereits im ersten Betriebsjahr erreicht

Der neue Berliner Hauptstadtflughafen BER ist bereits zum Start ausgelastet. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Protokoll der "Soko BER" im Bundesverkehrsministerium mit Datum vom 31. August.

Demnach sagte Flughafen-Technikchef Horst Amman, man operiere von vornherein an der Kapazitätsgrenze, das System sei ausgelastet. Die Frage einer Erweiterung werde sich bald stellen.

Ein Sprecher des Flughafenbetreibers sagte am Samstag, die 45 Probebetriebstage Anfang des Jahres hätten "keine Hinweise auf eine Unterdimensionierung des Flughafens geliefert".

Externe Fachleute hatten zuvor bereits gewarnt, der neue Airport sei viel zu klein angelegt. Der neue Flughafen, der nach dreimaliger Verschiebung des Starttermins nun am 27. Oktober eröffnet werden soll, ist auf 27 Millionen Passagiere ausgelegt. Experten rechnen damit, dass diese Zahl bereits 2014 – im ersten vollen Betriebsjahr – erreicht sein könnte. Weitere Investitionen am 4,3 Milliarden Euro teuren Großflughafen müssten demzufolge nach der Eröffnung zügig folgen.

CDU sieht Vertrauen schwinden

Angesichts der vielen Schwierigkeiten beim Bau des Flughafens warnt die Berliner CDU den Flughafenchef Rainer Schwarz vor einem Vertrauensverlust. Derzeit werde man "immer wieder mit Nachrichten konfrontiert, die das Vertrauen nicht wachsen lassen. Es schwindet immer mehr", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Abgeordnetenhaus, Oliver Friederici, am Samstag im RBB-Inforadio.

Eine Entlassung von Schwarz stehe aber vorerst nicht zur Debatte, da man ihm konkret keine Verfehlungen nachweisen und sich die Flughafengesellschaft keine teure Abfindung leisten könne.

Zuletzt riss vor allem die Debatte über die ausufernden Kosten des Großprojekts nicht ab. Demnach wird spekuliert, dass sich der Bau des neuen Airports noch einmal um 250 Millionen Euro verteuern soll. Dies wurde von der Flughafengesellschaft dementiert.

Quelle: dpa/bee
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  • Frankfurt

    Am Frankfurter Flughafen werden pro Jahr etwa 58 Millionen Passagiere abgefertigt. Das sind rund 160.000 pro Tag. Ihnen stehen im Flughafengebäude 383 Check-in Counter sowie 38 Gepäckausgabebänder zur Verfügung. Zum Vergleich: Am BER sollen nach der Eröffnung täglich 74.000 Fluggäste befördert werden. Ihnen sollen 118 Check-in Counter und acht Gepäckbänder zur Verfügung stehen. Das heißt, pro Tag müssen an einem Schalter 627 Personen bedient werden. In Frankfurt sind es dagegen nur rund 420 Passagiere. Auch an den Gepäckbändern würde es am BER deutlich enger als in Frankfurt werden: In Berlin müsste ein Band pro Tag die Koffer von 9250 Fluggästen befördern – und damit mehr als doppelt so viele wie in Frankfurt, wo sich pro Tag 4210 Passagiere ein Gepäckband teilen müssen.

  • München

    Große Kapazitätsunterschiede gibt es auch zu München, dem mit jährlich 38 Millionen Passagieren zweitgrößten deutschen Flughafen. Dort gibt es 330 Check-in Counter und 21 Gepäckausgabebänder. An jedem Schalter werden täglich also 315 Passagiere bedient (gegenüber den 627 am BER), auf jedes Kofferband kommen knapp 5000 Personen (BER: 9250).

  • Düsseldorf

    Am Düsseldorfer Flughafen geht es im Vergleich zum BER ebenfalls entspannt zu. Den täglich rund 54.800 Passagieren (20 Millionen pro Jahr) stehen 200 Check-in Schalter sowie 19 Gepäckbänder zur Verfügung. Über den Tag verteilt kommen so rund 275 Passagiere auf einen Schalter – am BER wären es mehr als doppelt so viele. Mehr als dreimal so groß wäre im Vergleich der Andrang an den Gepäckbändern: In Düsseldorf warten pro Tag nur rund 2885 Passagiere an einem Gepäckband.

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