Die Anschläge in Paris machen auch Kindern Angst – und werfen bei ihnen viele Fragen auf. Doch auch Erwachsene finden in der komplizierten und unübersichtlichen Lage nicht immer sofort eine Antwort darauf. Eine Erklärung in einfachen Worten.

Was ist passiert?

In der Nacht zu Sonnabend haben mehrere Männer in der Hauptstadt von Frankreich, in Paris, über 350 Menschen verletzt und mehr als 120 Menschen getötet. Die Angriffe begannen während des Fußball-Freundschaftsspiels Deutschland gegen Frankreich in Paris. Auf der Straße, in Restaurants und in einer Konzerthalle griffen die Männer Menschen an. Ihre Opfer kannten sie nicht persönlich.

Warum hat niemand etwas dagegen unternommen?

Keiner war darauf vorbereitet, was die unbekannten Männer planten. Aber bei dem Angriff auf die Konzerthalle und die Besucher, die dort eine Band sehen wollten, stürmten am Ende Polizisten mit Spezialausbildung die Halle und versuchten, so viele Menschen wie möglich zu retten.

Wer war das?

Viele Stunden nach den Anschlägen hat sich die Terrorgruppe Islamischer Staat, abgekürzt IS, zu den Anschlägen bekannt. Das sind Menschen, die mit brutaler Gewalt in Syrien und im Irak einen Staat mit harten Regeln aufbauen wollen. Dabei behaupten sie, dass diese strengen Gesetze von Gott stammen.

Die Anhänger des IS sind Muslime. Ihre Religion, der Islam, ist nach dem Christentum die zweitgrößte der Welt. Die allergrößte Mehrheit der Muslime ist gegen Gewalt und hat mit dem IS nichts zu tun. Im Gegenteil, sie lehnen ihn vollkommen ab.

Warum haben die Terroristen das getan?

In Syrien kämpft unter anderem die französische Armee gegen den IS. Der Angriff auf Paris war seine Rache. IS-Anhänger hassen alles, was für uns Freiheit bedeutet. Zum Beispiel, dass man immer seine Meinung sagen kann, ohne dafür bestraft zu werden. Wenn es nach dem IS ginge, müsste es für uns Vorschriften geben, was man sagt, wie man sich anzieht, was wir für Musik hören, was wir im Fernsehen sehen und wer uns regiert. Mädchen und Frauen hätten nichts mehr zu sagen.

Und es gibt noch einen weiteren Grund für die Anschläge: Der Islamische Staat möchte, dass das friedliche Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen in Europa endet.

Muss ich in Berlin jetzt auch Angst haben?

Es ist nicht vollkommen ausgeschlossen, dass so etwas auch in Deutschland passiert. Man darf aber nicht vergessen, dass nach den Angriffen in Paris die Polizei hier und in den befreundeten Ländern noch besser aufpassen und genauer arbeiten wird, um Täter zu fassen, bevor ein Unglück passiert. Die führenden Politiker der Welt suchen jetzt noch stärker nach einer Lösung.

Gibt es jetzt Krieg?

Einen Krieg zwischen Ländern mit Armeen, die gegeneinander kämpfen, wird es nicht geben. Dafür gehören zu wenige Menschen zum IS. Aber weitere Angriffe des IS können leider nicht ausgeschlossen werden. Vielen Terroristen ist es egal, ob sie bei ihren Attentaten sterben.

Was bedeutet das für mein Leben?

Gegen die Angst hilft, mit dem Herzen zu handeln. Das heißt, nicht denen zu glauben, die sagen, dass „die Muslime“ oder „die Araber“ Schuld an den Opfern in Paris sind. Oder, dass Menschen, die anders aussehen und andere Traditionen haben, nicht mehr zu uns gehören oder unsere Nachbarn sein sollen. Denn genau das wollen die Terroristen: Unser friedliches Zusammenleben und unser offenes Denken zu zerstören.

Trauer und Entsetzen weltweit

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Vor der französischen Botschaft in Washington D.C. zünden zwei Studenten Kerzen an.
Vor der französischen Botschaft in Washington D.C. zünden zwei Studenten Kerzen an.© imago/ZUMA Press | imago stock&people
In der Nähe der französischen Botschaft in Kiew legt ein Mann Blumen für die Opfer der Anschläge in Paris nieder.
In der Nähe der französischen Botschaft in Kiew legt ein Mann Blumen für die Opfer der Anschläge in Paris nieder.© REUTERS | VALENTYN OGIRENKO
Eine Frau mit Kind legt an der französischen Botschaft in Kiew, Ukraine, Blumen nieder.
Eine Frau mit Kind legt an der französischen Botschaft in Kiew, Ukraine, Blumen nieder.© dpa | Roman Pilipey
Auch vor der Botschaft von Frankreich in Berlin, am Brandenburger Tor, sammeln sich Menschen um gemeinsam zu trauern und ihre Anteilnahme zu bekunden.
Auch vor der Botschaft von Frankreich in Berlin, am Brandenburger Tor, sammeln sich Menschen um gemeinsam zu trauern und ihre Anteilnahme zu bekunden.© dpa | Kay Nietfeld
Ebenfalls an der französischen Botschaft in Berlin legten Menschen das Wort „Paris“ in Kerzen zur Bekundung ihrer Trauer.
Ebenfalls an der französischen Botschaft in Berlin legten Menschen das Wort „Paris“ in Kerzen zur Bekundung ihrer Trauer. © dpa | Kay Nietfeld
Ein Blatt mit der Aufschrift „Nous sommes unis“ (Wir sind vereint) liegt am  in Frankfurt am Main vor dem französischen Konsulat.
Ein Blatt mit der Aufschrift „Nous sommes unis“ (Wir sind vereint) liegt am in Frankfurt am Main vor dem französischen Konsulat. © dpa | Frank Rumpenhorst
Rumäniens Außenminister Bogdan Aurescu zollt den Opfern der Anschläge vor dem Tor der französischen Botschaft in Bukarest Respekt.
Rumäniens Außenminister Bogdan Aurescu zollt den Opfern der Anschläge vor dem Tor der französischen Botschaft in Bukarest Respekt. © dpa | Robert Ghement
Trauer auch in Warschau, Polen, wo ebenfalls Menschen mit Blumen und Kerzen der Opfer in Paris gedenken.
Trauer auch in Warschau, Polen, wo ebenfalls Menschen mit Blumen und Kerzen der Opfer in Paris gedenken.© dpa | Jacek Turczyk
Beileidsbekundungen und Blumen auch vor der französischen Botschaft in Rom, Italien.
Beileidsbekundungen und Blumen auch vor der französischen Botschaft in Rom, Italien.© REUTERS | REMO CASILLI
Auch in Athen, Griechenland, solidarisieren sich die Menschen mit den Opfern der Anschläge aus Paris.
Auch in Athen, Griechenland, solidarisieren sich die Menschen mit den Opfern der Anschläge aus Paris.© dpa | Simela Pantzartzi
Zum Gedenken der Opfer der Terroranschläge in Paris legt ein Kind vor der französischen Botschaft in Den Haag, Niederlande, Blumen nieder.
Zum Gedenken der Opfer der Terroranschläge in Paris legt ein Kind vor der französischen Botschaft in Den Haag, Niederlande, Blumen nieder.© dpa | Bas Czerwinski
Blumen und Beileidsbekundungen auch in Auckland, Neuseeland.
Blumen und Beileidsbekundungen auch in Auckland, Neuseeland.© Getty Images | Hannah Peters
Trauernde auch in Seoul, Südkorea, für die Opfer der Terroranscläge in Paris.
Trauernde auch in Seoul, Südkorea, für die Opfer der Terroranscläge in Paris.© Getty Images | Chung Sung-Jun
Auch in Thailand gedenken Menschen der Opfer aus Paris.
Auch in Thailand gedenken Menschen der Opfer aus Paris.© dpa | Narong Sangnak
In Madrid, Spanien, legt ein Mann mit Kind Blumen vor der französischen Botschaft nieder.
In Madrid, Spanien, legt ein Mann mit Kind Blumen vor der französischen Botschaft nieder.© Getty Images | Denis Doyle
Blumen und Kerzen ebenfalls in Oslo, Norwegen.
Blumen und Kerzen ebenfalls in Oslo, Norwegen.© dpa | Vidar Ruud
Auch in Minsk, Weissrussland, bekunden die Bürger Solidarität mit Frankreich.
Auch in Minsk, Weissrussland, bekunden die Bürger Solidarität mit Frankreich.© dpa | Tatyana Zenkovich
In Gedenken der Opfer der Terroranschläge in Paris entzündet eine Frau in Hongkong, China, ein Kerze.
In Gedenken der Opfer der Terroranschläge in Paris entzündet eine Frau in Hongkong, China, ein Kerze.© REUTERS | BOBBY YIP
Vor der französischen Botschaft in Brüssel, Belgien, legen Trauernde Blumen nieder.
Vor der französischen Botschaft in Brüssel, Belgien, legen Trauernde Blumen nieder.© dpa | Olivier Hoslet