Der Streit um ein Nest mit Uhu-Küken auf einem Brückenpfeiler im Oderbruch geht weiter. „Ich habe Widerspruch gegen die untersagte Eröffnung eingelegt“, sagte Axel Pötsch von dem Unternehmen Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg am Sonnabend in Wriezen (Kreis Märkisch-Oderland). Ursprünglich sollten vom 1. Juni an auf der stillgelegten Bahnstrecke zwischen Neurüdnitz und dem polnischen Siekierki Draisinen für Besucher fahren.

Das streng geschützte Uhu-Paar mit seinen zwei Küken hatte das Landesumweltamt jedoch veranlasst, den Start auf der Brücke zu verschieben. Der Verkehr rufe bei den Tieren möglicherweise Fluchtreaktionen hervor und sie könnten ins Wasser der Oder stürzen, hieß es zur Begründung. Erst im Juli sollen die Draisinen demnach auf die Schiene gehen – wenn die Uhus flügge sind.

Der Investor bleibt bei seiner Ankündigung, unter diesen Umständen erst im kommenden Jahr mit dem Verkehr für Touristen zu starten. Zuletzt war es in dem Streit auch darum gegangen, ob die Uhus auf deutschem oder auf polnischem Gebiet nisten. Artenschutzrechtlich sei das nicht entscheidend, sagte ein Sprecher des Landesamtes. Es gehe allein darum, wo die Störung herkomme. In das Draisinen-Projekt sollten nach Angaben des Betreibers rund zehn Millionen Euro investiert werden.

dpa/alu