Anhänger der Freikörperkultur sind eingeladen, in diesem Sommer probeweise auf zwei Wandertouren der Stadt Trebbin (Teltow-Fläming) die Hüllen fallen zu lassen. Ein Veranstalter, der schon Barfuß-Touren organisiere, habe einen Antrag auf die Einrichtung eines Rundwegs gestellt, sagte die Stadtsprecherin Beate Rantzsch am Donnerstag.

Sie bestätigte damit einen Bericht der „Märkischen Allgemeinen“. Erst einmal werde es zwei sechs bis acht Kilometer lange Touren durch das südlich von Potsdam gelegene Wildgehege Glauer Tal, ein eingegrenztes Gebiet, geben.

Nacktwanderwege im Harz und in der Lüneburger Heide

Sollte der „Probelauf“ erfolgreich sein, will die Stadt überlegen, ob sie das Freizeitangebot weiterverfolgt. Laut Rantzsch gibt es schon Nacktwanderwege im Harz und in der Lüneburger Heide.

Bevor die Stadt Trebbin einen offiziellen FKK-Weg einrichten kann, müsste sie dem Zeitungsbericht zufolge eine Route abseits von Straßen festlegen. Weitere Voraussetzung wäre ein Parkplatz, wo sich die Wanderer aus- und anziehen können. Zudem müssten Grundstückseigentümer, Polizei und Forstverwaltung einwilligen.

In Frankreich hat das textilfreie Wandern schon etwas länger Tradition: Seit 2007 steigt eine Gruppe von Nackedeis jedes Jahr im Sommer in das trockene Flussbett des Aiguillon im Département Gard in der französischen Region Languedoc-Roussillon, nicht ganz, wie Gott sie schuf – aber fast. Nur ihre Füße sind verhüllt, sie stecken in festen Wanderstiefeln.

Bloß nicht beim Nacktwandern in Frankreich erwischen lassen

So ganz legal ist der Spaß aber nicht. Laut der Französischen Zentrale für Tourismus besagt der Artikel 222-32 des neuen Strafrechts: "Die Zurschaustellung der Geschlechtsteile an einem öffentlichen Ort wird mit einem Jahr Gefängnis und etwa 15.000 Euro Strafe geahndet".

Allerdings wurde das Verbot so formuliert, dass es keine Möglichkeit gibt, Personen zu belangen, die sich an speziell dafür vorgesehenen Orten der Freikörperkultur widmen.

Laut des französischen FKK-Vereins Association pour la Promotion du Naturisme En Liberté (Apnel) sind die Wanderer im Adamskostüm bisher ohne Strafe davongekommen, auch bei der Nacktwanderung in diesem Sommer.

BM/dpa