Schon lange steht eine Umgestaltung des Mauerparks auf dem Programm der Bezirksämter von Mitte und Pankow. Das auf dem ehemaligen Mauerstreifen zwischen den Ortsteilen Wedding und Prenzlauer Berg gelegene Areal wird ab Mai in Richtung Westen um fünf Hektar erweitert. Dazu kommen weitere zwei Hektar an der Bernauer Straße, an denen die von Gaststätten und dem sonntäglichen Flohmarkt genutzten Gewerbeflächen gesichert werden.
Durch die Erweiterung verlässt der Park Pankow und dringt erstmals auf das Terrain von Mitte vor. Doch eine Grünanlage in zwei Bezirken ergibt ein Problem: die Pflege der neuen Fläche. Ein gemeinsames Bearbeiten durch Angestellte beider Bezirksämter wäre zu umständlich, darüber sind sich beide Seiten einig. Also haben Mitte und Pankow eine Verlegung der Bezirksgrenze beantragt. „Mitte könnte kleiner werden“, sagte Mittes Bezirksstadtrat Carsten Spallek (CDU) am Donnerstag. Um etwa 70.000 Quadratmeter würde der Bezirk schrumpfen, wenn dem Antrag stattgegeben würde.
Pankow nimmt das Gebiet gern an. „Das ist sinnvoll, wir haben mehr Erfahrung mit dem Gesamtkomplex Mauerpark“, sagt Pankows Stadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne). Zu dem nördlichen Stück, welches an Pankow abgegeben werden soll, gehört auch der Gleimtunnel, für dessen Sanierung noch mehr als eine Million Euro aufzubringen ist. „Wir sind gerne bereit, den Tunnel zu übernehmen“, so Kirchner.
Pankow will im Mauerpark Grillpavillons errichten
Weil keine Bewohner von den Änderungen betroffen sind, wird dem Verfahren nur geringfügige Bedeutung gegeben. Eine endgültige Entscheidung zur Grenzverlegung wird vermutlich nach der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses Anfang April getroffen. Am 17. März werde das Thema wahrscheinlich auf der Tagesordnung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) stehen, so Spallek. Die BVV in Pankow hat die Angelegenheit bereits Ende Januar durchgewinkt. Allerdings bedarf die Gebietsveränderung noch der endgültigen Zustimmung durch die Senatsinnenverwaltung, die die entsprechenden Eigentümerwechsel der Flurstücke in den Grundbüchern festhalten muss.
Die neue Zuständigkeit dürfte vor allem Freunde des sommerlichen Grillens freuen. Denn Kirchner lässt dies im Mauerpark bislang zu, anders als sein Kollege Spallek in den Parks von Mitte. Im Rahmen der Erweiterung will Kirchner den Mauerpark grillfreundlicher machen. Pavillons sollen aufgestellt werden, außerdem Mülleimer, die resistent gegen glühende Kohlen sind. Damit will Kirchner auch vermeiden, dass die ohnehin spärlich wachsende Wiese noch mehr leidet. Parallel zur neuen Fläche solle auch die alte ertüchtigt werden. Die Erweiterung soll bis 2018 abgeschlossen sein.
1992 hatte der Senat beschlossen, auf dem ehemaligen Mauerstreifen einen Park zu errichten. Zwei Jahre später wurde der östlich der einstigen Mauer gelegene Park eröffnet. 2,3 Millionen Euro hatte die Allianz Umweltstiftung dafür zur Verfügung gestellt – allerdings unter der Bedingung, dass der Park auf zehn Hektar erweitert wird. Der Flächennutzungsplan sah dies auch vor, allerdings fehlte dem Land das Geld für den Ankauf des ehemaligen Güterbahnhofsareals. Daran hatte sich ein jahrelanger Streit entzündet. Anwohnerinitiativen hatten gefordert, dass das gesamte Güterbahnhofsgelände Park werden soll. Doch nachdem im Herbst 2015 dem städtebaulichen Vertrag zugestimmt wurde, steht dem Bau von mehr als 700 Wohnungen nichts mehr im Weg.





