Reinickendorf

Polizisten sichern Zwangsräumung einer Wohnung ab

Erneut hat es in Berlin Proteste gegen die Zwangsräumung einer Wohnung gegeben.

Die Polizei war am Dienstag nach eigenen Angaben mit 150 Beamten im Einsatz. Gegen die Räumung hatten sich bis zu 100 Menschen vor dem Haus in der Aroser Straße im Bezirk Reinickendorf versammelt. Betroffen war eine 67 Jahre alte Schwerbehinderte.

Nach Angaben des "Bündnisses Zwangsräumungen verhindern" war es der dritte Versuch, die Wohnung der Frau zu räumen. Nach Polizeiangaben blieben die Proteste friedlich. Die Wohnung sei von der Gerichtsvollzieherin ohne Probleme an die Eigentümer übergeben worden. Die Mieterin sei nicht anwesend gewesen.

Sie war wegen Mietrückständen zur Räumung verurteilt worden. Ende Februar 2013 hatte das Landgericht eine geplante Räumung im letzten Moment ausgesetzt, um über zwei Vollstreckungsschutzanträge zu entscheiden und die Mieterin in dieser Zeit vor "unbilliger Härte" zu schützen.

Die Initiative gegen Zwangsräumungen warf "der Berliner Politik" erneut vor, bei den anhaltenden Protesten gegen steigende Mieten und der Verdrängung von ärmeren Mietern aus den teureren Innenstadtbezirken nur auf die Polizei zu setzen. So waren Mitte Februar bei einer Blockade gegen die Wohnungsräumung einer fünfköpfigen Familie im Stadtteil Kreuzberg unter anderem mehrere Hundert Polizisten samt Hubschrauber im Einsatz.

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