Interview

Megan Fox und ihr Comeback mit Schildkröten

Foto: HANNIBAL HANSCHKE / REUTERS

Die Turtles sind zurück auf der Leinwand – und mit ihnen Megan Fox. Ein gespräch im Soho House Berlin über Helden, Vor- und Nachteile von Schönheit und Übersinnliches.

Fünf Jahre nach ihrem letzten "Transformers"-Film spielt Megan Fox wieder die weibliche Hauptrolle in einem Action-Film. In "Teenage Mutant Ninja Turtles" schlüpft sie in die Rolle der Journalistin April O'Neal. Ein Gespräch über Helden, Vor- und Nachteile der Attraktivität und Übersinnliches.

Berliner Morgenpost: Waren Sie als Kind Fan der Turtles?

Megan Fox: Ich bin mit den Turtles aufgewachsen, am liebsten mochte ich die Filme. "Das Geheimnis des Ooze" war mein Favorit.

Ihr Charakter, die Journalistin April O'Neil, fühlt sich in ihrem Job nicht ernst genommen, weil sie nur für Unterhaltungsbeiträge eingesetzt wird. Kennen Sie das Gefühl?

Ich gebe nicht viel auf die Meinung von anderen Leuten, wenn es um meine Leistung vor der Kamera geht. Das ist eben mein Job. Ich denke nie: Für diesen Film hätte ich einen Preis verdient. Das ist alles total subjektiv. Jeder soll sich seine eigene Meinung bilden.

Sie haben kein Problem damit, immer nur als die hübsche Frau besetzt zu werden?

Natürlich ist es in der Filmbranche hilfreich, wenn man attraktiv ist. Es ist ein visuelles Medium. Ich wüsste nicht, wieso das ein Problem sein sollte.

Hatten Sie ein bisschen Zeit, sich Berlin anzuschauen?

Ich wünschte, wir hätten Zeit für Sightseeing. Schließlich kommen wir in all diese tollen Städte. Ich war 2009 schon einmal hier, aber ich glaube für weniger als 24 Stunden. Ich habe das Hotel gesehen und das Premierenkino, dann saß ich schon wieder im Flugzeug. Dieses Mal bin ich mit meinem Baby da, deshalb werde ich wieder nicht viel Zeit haben, raus zu gehen.

Am Sonnabend waren Sie bei "Wetten, dass.. ?" Wie hat es Ihnen gefallen?

Es war lustig und auch merkwürdig. Ich wusste nicht so recht, was dort passiert. Das lag aber auch daran, dass ich einen Knopf im Ohr hatte und mich auf die Übersetzung konzentrieren musste. Deshalb sah es wahrscheinlich so aus, als hätte ich nicht sehr viel Spaß gehabt.

Niemand glaubt April, dass die Turtles tatsächlich existieren. Glauben Sie an Dinge, die nicht logisch zu erklären sind?

Ich glaube an alles, was andere Leute für absurd halten. Ich glaube an Aliens. Wie sollen sonst zum Beispiel die Pyramiden entstanden sein? Es gibt so viele unbeantwortete Fragen und ich bin sehr aufgeschlossen. Ich halte alles für möglich. Vieles von dem, was wir heute wissen, galt früher als absurd.

Sollten sich die Leute mehr mit solchen Themen auseinandersetzen als damit, Fotos von Ihnen im Internet anzuschauen?

Definitiv. Ich engagiere mich für die "Make a Wish Foundation". Einmal traf ich dabei einen Jungen, dessen größter Wunsch es war, eine bestimmte Anzahl von Followern bei Instagram zu erreichen. Das fand ich sehr erschreckend. Dieser ganze Promi-Kult zeigt doch, dass der Fokus von vielen Jugendlichen auf völlig falschen Dingen liegt. Ich verstehe einfach nicht, warum Menschen sich besser fühlen, wenn sie von Leuten, die sie nicht kennen, beurteilt werden, indem diese ein "Like" unter ihr Bild setzen. Ich würde diese Einstellung gern ändern. Wenigstens bei den Kindern, damit sie ihre Aufmerksamkeit wichtigeren Dingen zuwenden.

Also keine Smartphones für Ihre Kinder?

Meine Kinder werden nicht mal einen Internetanschluss bekommen, bis sie mindestens 13 Jahre alt sind. Das wird zwar schwer, aber ich werde sie auf eine Montessori-Schule schicken, wo Smartphones nicht erlaubt sind. Sie werden also nur Freunde haben, die auch keine Smartphones haben und deshalb nichts vermissen. Sie werden glückliche, kreative, zufriedene kleine Menschen sein. Das ist mein Ziel.

Im Film geht es um Helden. Wann müssen Sie als Mutter im täglichen Leben eine Heldin sein?

Ich denke, alle Frauen, die Mütter sind, sind jeden Tag Heldinnen, weil es so eine große Verantwortung ist. Wenn man ein Kind bekommt, ist man nie wieder die Gleiche wie zuvor, weil man sich für den Rest seines Lebens in jeder Sekunde Sorgen machen wird. Darüber, dass es den Kindern körperlich und geistig gut geht. Es gibt keinen Raum für Egoismus mehr. Natürlich gibt es auch viele Väter, die sich aufopfern, so wie mein Mann Brian, aber ich denke, es ist doch eine besondere Erfahrung, ein Kind auf die Welt zu bringen. Das ist wie aus einer anderen Welt und erfordert sehr viel Kraft.

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