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"Vergewaltigung legalisieren" - Sexisten sagen Treffen ab

Screenshot der Seite "Return of Kings" mit der Absage des geplanten Treffens am 6. Februar

Foto: Screenshot/BM

Screenshot der Seite "Return of Kings" mit der Absage des geplanten Treffens am 6. Februar

Geplantes Treffen von Vergewaltigungsbefürwortern in Berlin ist abgesagt. Innensenator Frank Henkel nennt Frauenhass "unerträglich".

"Make Rape Legal" - Vergewaltigungen legalisieren. Das ist die Forderung einer Bewegung, die sich an diesem Sonnabend weltweit treffen wollte - auch in Berlin. Doch daraus wird nun offenbar nichts. Der Veranstalter und Wortführer der Gruppen, der Amerikaner Roosh V., sagte das Treffen nach heftiger Kritik ab.

"Das Treffen am 6. Februar ist abgesagt", schrieb er auf einer von ihm betriebenen Internetseite, auf der er vorher die Treffpunkte in insgesamt 43 Ländern und 165 Orten verzeichnet hatte, an denen Gleichgesinnte am Sonnabendabend zusammenkommen sollten. Er könne nicht länger für die Sicherheit oder die Anonymität der Männer garantieren, so der selbsternannte "Pickup-Artist", als der er in Seminaren und Videos Männern Tipps gibt, wie sie Frauen ins Bett bekommen – auch unter Anwendung von Gewalt. "Ich kann Männer nicht davon abhalten, sich privat zu treffen", schrieb Roosh V. weiter. Aber es werde keine offiziellen Treffen mehr geben. Die Liste mit allen Veranstaltungsorten habe er gelöscht.

Seine Initiative stößt schon lange auf heftigen Widerspruch - auch jetzt in Berlin im Vorfeld des zunächst anberaumten Treffens. Im Internet hatte sich bereits am Mittwoch eine Gegenveranstaltung am zunächst geplanten Treffpunkt formiert. Roosh V. fordert die Legalisierung von Vergewaltigungen auf Privatgrundstücken, er betreibt mehrere Websites mit sexistischen und frauenfeindlichen Artikeln.

Henkel kritisiert Frauenhass durch "widerliche Gestalten"

"Es wäre eine gute Nachricht, wenn diese unsägliche Veranstaltung tatsächlich abgesagt wird", sagte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) am Donnerstag. "Das ist aber auch das einzig positive, was ich der Situation abgewinnen kann. Denn der Frauenhass, der von diesen widerlichen Gestalten propagiert wird, muss jeden vernünftigen Menschen abstoßen." Es sei unerträglich, dass Frauen als Objekte dargestellt würden, über die Männer jederzeit verfügen dürften. "Für dieses frauenverachtende Weltbild darf es in unserer Zeit kein bisschen Unterstützung geben. Nicht in Berlin, nicht in Deutschland, nirgendwo."

Der Innensenator betonte, mit solchen Initiativen würde schwere Gewaltkriminalität zu Lasten von Frauen verharmlost. 2014 habe es in Deutschland 7345 bekannt gewordene Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung gegeben. "Für die Betroffenen bedeuten diese Taten unsägliches Leid und häufig lebenslange Folgen. Auch unterhalb dieser Schwelle sind Frauen im Alltag Belästigungen ausgesetzt."

Henkel sagte weiter, die Demokratie könne und müsse viel aushalten, aber sie müsse nicht alles stillschweigend erdulden. "Es ist schwer erträglich, dass unsere Meinungsfreiheit für diese abstoßenden und frauenfeindlichen Forderungen missbraucht wird. Die Polizei wird die Lage trotz Absage im Blick behalten."

Die Berliner Polizei hatte im Vorfeld bereits Kenntnis von dem geplanten Treffen. "Natürlich wissen wir davon", hatte ein Sprecher gegenüber der Berliner Morgenpost am Mittwochabend gesagt. Viel machen könne man aber nicht. Jeder könne seine Meinung frei äußern. Etwas anderes wäre ein direkter Aufruf zu einer Vergewaltigung. "Dann wäre für uns ein Einschreitgrund gegeben, das wäre strafrechtlich zu ahnden", so der Sprecher.

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