#makerapelegal

Vergewaltigungs-Befürworter ruft zu Treffen in Berlin auf

Eine Bewegung, die Vergewaltigungen legalisieren will, ruft am Sonnabend zu einem weltweiten Treffen von Männern auf - auch in Berlin.

Foto: THIERRY BORDAS / picture alliance / maxppp

Die Forderung ist so unglaublich, dass sie eigentlich nur ein Fake sein kann. Eine gezielte Provokation vielleicht, etwas, was eigentlich niemand ernst meinen kann. Aber so ist es nicht. Denn eine frauenfeindliche Gruppe aus den USA will Vergewaltigungen zumindest auf privaten Grundstücken legalisieren. Und sie ruft zu einem weltweiten Treffen am 6. Februar auf - auch in Berlin.

Gleich in 43 Ländern rund um den Globus sollen diese Treffen stattfinden. Die jeweiligen Orte sind geheim, nur die Vorab-Treffpunkte für Interessierte und ein Erkennungssatz sind im Internet angegeben. In Deutschland sind die Zusammenkünfte nicht nur in Berlin, sondern auch in Aachen, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Nürnberg und Würzburg geplant.

Die Berliner Polizei hat bereits Kenntnis von dem am Sonnabend geplanten Treffen. "Natürlich wissen wir davon", sagte ein Sprecher der Berliner Morgenpost. Viel machen könne man aber nicht. Jeder könne seine Meinung frei äußern. Etwas anderes wäre ein direkter Aufruf zu einer Vergewaltigung. "Dann wäre für uns ein Einschreitgrund gegeben, das wäre strafrechtlich zu ahnden", so der Sprecher. Man habe die Lage im Blick und werde entsprechend reagieren.

Initiator und Wortführer der Vergewaltigungsbefürworter ist ein Amerikaner namens Daryush Valizadeh, der unter dem Namen Roosh V einschlägig bekannt ist. Er betreibt einen Blog, schrieb mehrere Bücher, die er selbst verlegte – und hält öffentliche Vorträge. Das Thema dabei stets: Die Stellung des weißen, heterosexuellen Mannes in der Gesellschaft stärken – und zwar durch Unterdrückung, Verachtung und sexueller Ausbeutung der Frau.

Putin als Held der Bewegung

Vergewaltigungen auf einem Privatgelände sollten Daryush Valizadehs Ansicht nach deshalb legalisiert werden. Er gibt als selbsternannter "Pickup-Artist" anderen Männern zudem Tipps, wie sie Frauen ins Bett bekommen – auch unter Anwendung von Gewalt. Denn Frauen, so proklamiert es seine Weltsicht, wollten schließlich Männer, die sich einfach nehmen, was sie wollen, nicht fragen - und ein "Nein" nicht als "Nein" akzeptieren.

Auf einer von Valizadeh betriebenen Website finden sich entsprechende Artikel zu diesem Thema. Etwa "Fünf Gründe, warum man sich nicht mit Mädchen treffen sollte, die Oralsex hassen", "Amerikanische Frauen sind nur für eine Sache gut" oder eine Erklärung dafür, warum ein Mann keine Frau heiraten sollte, die selbst Geld verdienen will. Ebenso wird die Frage beantwortet, warum Russlands Präsident Wladimir Putin der vermeintlich letzte Beschützer traditioneller Werte ist.

Auf der Internetseite tauschen sich die Nutzer auch im Vorfeld des Treffens am Sonnabend aus. Und geben Tipps, um möglichst unerkannt zu bleiben. "Nenne nicht deinen echten Namen und bleibe bei persönlichen Angaben vage", rät einer. "Und lass deinen Personalausweis zu Hause." Außerdem solle man nur in unauffälliger Kleidung kommen und alle Getränke bar bezahlen – um ja keine Spuren zu hinterlassen.

Auf Twitter macht mittlerweile der Hashtag #makerapelegal die Runde. Hier posten allerdings die allermeisten ihre Ablehnung gegen diese Forderung. Vereinzelt wird auch schon zu Gegenbewegungen aufgerufen.

>>> Update: Veranstalter sagt Treffen von Vergewaltigungs-Befürwortern in Berlin ab <<<

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