10.02.13

Terror-Gruppe

Grüne vermuten zweiten Berliner V-Mann im NSU-Umfeld

Gab es neben dem bereits bekannten V-Mann des Berliner LKA eine weitere angeworbene Person aus dem Umfeld der Terrorgruppe NSU?

Foto: dapd

Der Berliner V-Mann Thomas S. (r.) in einbem Prozess vor dem Landgericht Dresden
Der Berliner V-Mann Thomas S. (r.) in einbem Prozess vor dem Landgericht Dresden

Der Innenexperte der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Benedikt Lux, will zwei V-Mann-Führer des Landeskriminalamts (LKA) im Innenausschuss des Parlaments befragen.

Es sei nicht auszuschließen, dass es neben dem bereits bekannten V-Mann des Berliner LKA in Sachsen, Thomas S., eine weitere angeworbene Person aus dem Umfeld der Terrorgruppe NSU gegeben habe, sagte Lux am Sonntag. "Wenn man das sorgfältig aufklären will, muss man sich das noch mal anhören."

Es seien Reisekostenabrechnungen der Beamten aufgetaucht, die den Verdacht aufkommen ließen, dass ein zweiter V-Mann von ihnen besucht worden sei, hieß es. Die Grünen beantragen daher für die nächste Ausschusssitzung, Ex-LKA-Chef Peter-Michael Haeberer sowie die V-Mann-Führer von Thomas S. zu befragen. Ob ihr Antrag eine Mehrheit findet, ist offen.

Weitere Person taucht bei Reisekosten auf

Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll es sich bei der Reise um eine Fahrt nach Bautzen vor gut zehn Jahren gehandelt haben. Die beiden V-Mann-Führer des LKA fuhren nach Sachsen, um Thomas S. aufzusuchen. In der Abrechnung gaben sie offenbar auch eine weitere V-Person an, die sie getroffen hatten.

Noch ein sächsischer V-Mann, womöglich in Zusammenhang mit Thomas S.? Darüber sind die Grünen gestolpert. "Über Aktivitäten noch einer V-Person in Sachsen ist uns bisher nichts bekannt", sagte Lux. Es ist zwar völlig offen, ob und welche Informationen von der ominösen zweiten Person gekommen sind, aber Lux hält das Zusammentreffen für "erstaunlich" – und will Hintergründe erfahren.

Der bereits bekannte V-Mann des LKA soll 2002 Hinweise auf den NSU geliefert haben, die offenbar unbeachtet blieben. Die Aufklärung der zehn NSU-Morde hat bisher schon eine Fülle von Pannen der Sicherheitsbehörden ergeben.

Quelle: dpa/cbr
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