06.01.13

Friedrichshain

Randalierer entzünden Feuer auf Berliner Straßenkreuzung

Eine Gruppe von rund 150 Personen hat in der Nacht zu Sonntag in Berlin-Friedrichshain Einsätze von Polizei und Feuerwehr provoziert.

Von Peter Oldenburger

Nach einem Punk-Konzert in der ehemaligen Galiläakirche an der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain meldeten besorgte Anwohner Sonnabend gegen 23 Uhr ein ständig größer werdendes Lagerfeuer an der Kreuzung zur Liebigstraße.

"Das Feuer wurde aus Weihnachtsbäumen und Unrat entfacht. Die Flammen schlugen schließlich bis zu zehn Meter in die Höhe", sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag.

Die Einsatzkräfte der anrückenden Feuerwehr wurden von den zu großen Teilen vermummten Teilnehmern mit gezündeten Feuerwerkskörpern attackiert.

Als zusätzlich alarmierte Polizeibeamte eintrafen, flüchteten die Störer in alle Richtungen. Die Lage hatte sich dann nach Polizeiangaben in kürzester Zeit wieder beruhigt. Festnahmen gab es nicht, auch keine Verletzten, hieß es weiter.

Vorfall bereits vor einer Woche

Erst vor einer Woche, in der Nacht zum 30. Dezember 2012, hatten etwa 50 Randalierer an der Rigaer Straße Flaschen und Feuerwerkskörper gegen Hausfassaden und Fensterscheiben geworfen.

Nach Beschwerden von Anwohnern kamen zwei Funkstreifen, deren Besatzung sogleich mit Steinwürfen angegriffen wurde. Ein Seitenfenster eines Polizeiwagens wurde durchschlagen, als niemand in dem Auto saß.

Erst mit Verstärkung von Kräften einer Einsatzhundertschaft konnte die Situation entschärft werden. Es kam zu mehreren Festnahmen wegen schweren Landfriedensbruchs, zudem sprachen die Beamten etliche Platzverweise aus.

In der Nacht zum 2. Weihnachtsfeiertag hatten Unbekannte ein Auto der Marke Citroen angezündet, es brannte vollständig aus.

Der Kiez an der Rigaer und Liebigstraße ist regelmäßig Schauplatz von Polizei- und Feuerwehreinsätzen. Brennende Autos, angezündete Müllcontainer und mobile Toiletten, Sachbeschädigungen an Häusern und Fahrzeugen, Angriffe auf Uniformierte wie etwa bei Demonstrationen am 1. Mai sind in dem Kiez keine Seltenheit.

Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes sieht hinter den dort begangenen Straftaten vorwiegend linksextrem orientierte Täter. Auch nach der polizeilichen Räumung des Hauses Liebigstraße 14 Anfang Februar 2011 bestehen in der Nachbarschaft noch mehrere linksalternative Wohnprojekte.

Die Räumung des Hauses vor knapp zwei Jahren hatte in Friedrichshain eine Demonstration nach sich gezogen, bei der es zu schweren Krawallen und Attacken gegen die 2500 Polizisten kam, die den Umzug begleitet hatten. Mehr als 100 Beamte waren von den Krawallmachern verletzt worden.

Wirklich beruhigt hat sich der Kiez seither nicht. Einige Beispiele aus dem Jahr 2012: Ende Mai warfen Vermummte Hindernisse auf die Straße und errichteten Barrikaden, die angezündet wurden. Rund 80 Randalierer bewarfen Feuerwehrmänner mit Steinen und Flaschen. In einer benachbarten Straße brannte eine mobile Toilette. Ein mutmaßlicher Brandstifter wurde dabei festgenommen. Ende Juni schlugen Unbekannte mit einem Verkehrsschild auf einen Auto ein, zerstachen die Reifen und traten beide Außenspiegel des Audis ab. Im August beschmierten Vermummte die Fassade eines sanierten Hauses mit Teer, dabei wurden auch vier Autos und ein Krad beschädigt.

Nach einer Demonstration gegen einen Polizeikongress Ende Januar kam es beim Versuch der Polizei, ein Szenelokal in der Liebigstraße zu stürmen, zu heftigen Ausschreitungen. Fast 50 Beamte wurden im Einsatz verletzt. Die Polizei nahm vorübergehend 38 Teilnehmer fest. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) zeigte sich "entsetzt, wie hier gezielt Gewalt gegen Polizisten ausgeübt wurde."

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