Berlin hatte im Vergleich zu anderen Bundesländern den wärmsten Sommer. Die durchschnittliche Temperatur lag bei 18,1 Grad Celsius, also 0,9 Grad über dem bundesdeutschen Mittel, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag in Offenbach mitteilte. Grund ist der sogenannte Großstadteffekt: Da im Gegensatz zu anderen Bundesländern fast die ganze Fläche versiegelt ist, kühlt der Boden auch nachts kaum aus. Wie in ganz Deutschland war der Berliner Sommer aber gleichzeitig sehr verregnet: Pro Quadratmeter fielen 275 Liter, das sind 51 Prozent mehr als im langjährigen Mittel. Auch in Brandenburg kam in diesem Sommer mit 228 Litern pro Quadratmeter 22 Prozent mehr Regen im Durchschnitt vom Himmel. Mit Sachsen teilte es sich den zweiten Platz unter den wärmsten Bundesländern: Im Durchschnitt wurden 17,7 Grad Celsius gemessen.
Sommer einfach durchschnittlich
In der ganzen Bundesrepublik war der Sommer gefühlt zu kühl und zu trüb – doch statistisch gesehen war er einfach nur Durchschnitt. Mit 17,2 Grad Celsius und 591 Stunden Sonnenschein wichen die Durchschnittswerte in den Sommerwochen im Juni, Juli und August nur geringfügig vom langjährigen Mittel ab, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag in Offenbach mitteilte. Die Daten basieren auf den ersten Auswertungen der Ergebnisse, die der DWD in seinen bundesweit rund 2000 Messstationen aufzeichnete. In punkto Sonnenschein konnte das weitgehend freundliche August-Wetter demnach ein im Juni und Juli entstandenes Defizit fast ausgleichen. Nicht ganz falsch lagen allerdings jene, denen der Sommer zu nass erschien: Mit 263 Litern pro Quadratmeter wurde das Regensoll von 239 Litern um immerhin zehn Prozent übertroffen. Die Niederschläge resultierten hauptsächlich aus heftigen Schauern und Gewittern, die sich im Juni und Juli in ganz Deutschland, im August vor allem im Süden entluden. Zwischen dem 29. Juni und dem 7. Juli wurden neun Menschen durch Blitze oder umstürzende Bäume erschlagen.
Sommerliche Wetter erstmal vorbei
Allerdings ist das sommerliche Wetter in Deutschland erstmal vorbei. Fronten eines Tiefs über den Britischen Inseln bringen stattdessen erneut jede Menge Regen und deutliche kühlere Temperaturen, wie der Deutsche Wetterdienst am Donnerstag in Offenbach mitteilte. In den Alpen kann es oberhalb von 2000 Metern sogar schneien. Am Freitag regnet es im Süden und Südosten kräftig. Vor allem zu den Alpen hin können hohe Regenmengen zusammenkommen. Auch im Grenzbereich zu Polen sind länger andauernde Regenfälle möglich. In den übrigen Landesteilen entwickeln sich Schauer und einzelne Gewitter. Die Temperaturen erreichen nur noch 16 bis 21 Grad, bei Dauerregen im Süden werden keine 15 Grad erreicht.
ddp/AFP/tat


