Aus welchen Gründen darf mir mein Chef einen befristeten Arbeitsvertrag ausstellen?
Das Teilzeit- und Befristungsgesetz sieht verschiedene Möglichkeiten vor. Der wohl häufigste Befristungsgrund ist der Vertretungsbedarf eines vorübergehend ausfallenden Arbeitnehmers wegen Krankheit oder Elternzeit. Auch der befristete Einsatz von Mitarbeitern für Projekteinsätze ist weit verbreitet. Ist die Befristung auf maximal zwei Jahre begrenzt, kann ein Vertrag sogar ohne Begründung befristet werden.
Habe ich als befristet Beschäftigter die gleichen Rechte hinsichtlich Urlaub, Überstunden und Weihnachtsgeld wie ein festangestellter Kollege?
Das Teilzeit- und Befristungsgesetz sieht ein zwingendes Diskriminierungsverbot vor. Ein befristet Beschäftigter darf danach nicht schlechter gestellt werden als ein unbefristeter Arbeitnehmer. Es sei denn, der Arbeitgeber hat dafür einen nachvollziehbaren Grund.
Kann ein befristeter Arbeitsvertrag vorzeitig gekündigt werden?
Grundsätzlich ist eine vorzeitige Kündigung ausgeschlossen. Kündigungen befristeter Arbeitsverträge sind nur möglich, wenn der Arbeitsvertrag oder der einschlägige Tarifvertrag die Möglichkeit einer ordentlichen Kündigung vorsehen. In der Regel ist das der Fall. Das Recht zur fristlosen Kündigung besteht dagegen immer.
Unter welchen Voraussetzungen sind befristete Arbeitsverträge zulässig?
Befristete Arbeitsverträge müssen immer schriftlich vereinbart werden. Wird gegen die Formvorschrift verstoßen, ist der Arbeitsvertrag nicht unwirksam, sondern unbefristet! Außerdem bedürfen befristete Arbeitsvertrag eines Sachgrundes. Soll die Befristung nur zwei Jahre dauern, ist kein Grund für die Befristung erforderlich. Bei Neugründungen von Unternehmen sind befristete Arbeitsverträge ohne Sachgrund sogar über einen Zeitraum von vier Jahren möglich.
Wann kann der Arbeitnehmer gegen eine Kettenbefristung vorgehen?
Kettenbefristungen kommen immer häufiger vor, müssen aber nicht unbedingt unwirksam sein. Zu Kettenbefristungen kommt es insbesondere bei ständig wiederkehrenden Projekten oder der Vertretung von Mitarbeitern. Wird befürchtet, dass der Vertretungsbedarf nur vorge-schoben ist, kann vor Gericht Klage erhoben werden. Das Gericht kontrolliert dann, ob der Arbeitgeber rechtsmissbräuchlich gehandelt hat.
Was kann ich bei einer unzulässigen Befristung tun?
Beim Verdacht der Unwirksamkeit einer Befristung, muss vor dem Arbeitsgericht gegen die Befristung geklagt werden. Die Klage muss innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbar-ten Ende des befristeten Arbeitsvertrages erhoben werden.



