Börsen-Bericht

Anleger sind optimistisch – Dax macht einen Sprung

An der Börse macht sich Zuversicht breit, dass eine Lösung der Schuldenkrise gefunden wird. Der Dax gewinnt fast fünf Prozent.

Der deutsche Aktienmarkt hat auch ohne handfeste gute Nachrichten in der Eurokrise seinen vor dem Wochenende gestarteten Befreiungsschlag fortgesetzt. Zurückkehrender Optimismus für die Bewältigung der Schuldenkrise und ein überraschend starker Start in das US-Weihnachtsgeschäft hätten neue Hoffnung und eine kräftige Gegenbewegung gebracht, sagte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank.

Der Dax sprang um mehr als 250 Punkte oder 4,60 Prozent auf 5745 Punkte hoch. Zum Wochenende hatte sich der Leitindex bereits stabilisiert und nach neun Verlusttagen in Folge erstmals ins Plus geklettert. Zuvor hatte er in seiner Talfahrt bis zu 12 Prozent verloren. Der MDax endete am Montag 4,15 Prozent höher bei 8591 Punkten, der TecDax stieg um 3,27 Prozent auf 675 Punkte.

„Es herrscht die vage Hoffnung, dass die Eurozone im Laufe der Woche Fortschritte erzielen könnte“, begründete Jasper das Plus. Die Entspannung zeigte sich in rückläufigen Renditen auf spanische und französische Anleihen. Am Dienstag treffen sich die Finanzminister Europas mit dem Ziel, die Weichen für den Einsatz des Krisenfonds EFSF als Anleiheversicherer zu stellen.

Weihnachtsgeschäft in den USA gut gestartet

Laut Jasper ist aber auch das in den USA am „Thanksgiving“-Wochenende hervorragend angelaufene Weihnachtsgeschäft am Markt sehr positiv aufgenommen worden. Analyst Gregor Kuhn von IG Markets sagt: „Nach zwei verlustreichen Handelswochen drehen die Aktienmärkte mit hoher Dynamik nach oben“, was er auf die überraschend gute Konsumlaune in den USA zurückführte. Ansonsten bleibe das aktuelle Umfeld und auch die Aussicht trübe.

Vor allem die zuvor schwachen Finanzwerte und die stark gedrückten Aktien der Autobauer erholten sich besonders deutlich und zogen den Dax kräftig nach oben. Tagessieger waren Daimler-Papiere mit plus 7,89 Prozent auf 32,140 Euro. MAN-Titel verteuerten sich um 6,11 Prozent auf 59,39 Euro. Der Nutzfahrzeugbauer kauft die Anteile der von einer Schmiergeldaffäre erschütterten Ex-Tochter vom Haupteigner IPIC zurück. Laut Börsianern wird damit auch der Weg frei für eine mögliche Übernahme durch Volkswagen. VW-Vorzüge gewannen 7,14 Prozent.

Finanzwerte erholen sich

Kräftige Gewinne gab es europaweit auch im Finanzsektor. Im Dax zogen Allianz-Aktien um 7,37 Prozent auf 70,64 Euro an, die Titel der Deutschen Bank kletterten um 7,20 Prozent auf 26,585 Euro. Commerzbank-Papiere knüpften mit plus 4,13 Prozent zaghafter an ihre bereits drei Tage andauernde Erholung an. Presseberichten zufolge erwägt das Bankhaus den Ankauf von eigenen Anleihen, um die Kapitalseite zu entlasten.

Auch die europäischen Börsen versuchten die jüngste Abwärtsspirale zu durchbrechen – der EuroStoxx 50 sprang um 5,23 Prozent auf 2221,76 Punkte nach oben und verzeichnete den höchsten Tagesgewinn seit etwa einem Monat. Auch die Börsen in Paris und London schlossen sehr fest. In New York lag der Leitindex Dow Jones knapp drei Prozent höher.

Am deutschen Rentenmarkt legte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,91 (Freitag: 1,83) Prozent zu. Der Rentenindex Rex sank um 0,58 Prozent auf 128,74 Punkte. Der Bund Future verlor 0,24 Prozent auf 133,80 Punkte. Der Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3348 (1,3229) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7492 (0,7559) Euro. Bis zum Abend bewegte sich die Gemeinschaftswährung ohne entscheidend neue Impulse auf dem gleichen Niveau.