Börsen-Bericht

US-Arbeitsmarktdaten geben dem Dax neuen Schub

Nach einem schwachen Auftakt dreht der deutsche Leitindex Dax kräftig ins Plus. Tagesgewinner sind Autowerte – allen voran BMW.

Überraschend positive Signale vom US-Arbeitsmarkt trieben den Dax am Freitag zeitweise auf den höchsten Stand seit Anfang September. Der nach zwei starken Tagen zwischenzeitlich leicht ins Minus gerutschte Leitindex gewann bis zum Handelsschluss 0,5 Prozent auf 5675 Punkte. Auch für den MDax ging es zuletzt um weitere 0,6 Prozent auf 8450 Zähler nach oben, der TecDax drehte dagegen leicht um 0,5 Prozent ins Minus auf 660 Zähler. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft war im September um 103.000 gestiegen, während Analysten lediglich mit einem Anstieg um 60.000 gerechnet hatten.

Deutsche Staatsanleihen drehten nach dem Arbeitsmarktbericht aus den USA ins Minus. Der Bund-Future fiel um 38 Ticks auf 135,37 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,001 Prozent. Der Kurs des Euro hielt sich über der Marke von 1,34 US-Dollar. Im Nachmittagshandel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3498 Dollar und verteidigte damit die starken Kursgewinne vom Donnerstag.

Bester Dax-Wert waren mit einem Plus von 4,1 Prozent BMW. Auch Daimler und Volkswagen Vorzüge tendierten mit Aufschlägen von 1,3 Prozent und 1,9 Prozent fest. Analysten hatten sich mit meist positiven Studien zu Wort gemeldet. So schrieben die Experten von Barclays Capital, dass die Befürchtungen einer sich eintrübenden Konjunktur in China übertrieben seien.

Die zuletzt deutlich verbesserten Finanzwerte kamen wieder etwas zurück. So fielen Aktien der Commerzbank um vier Prozent, Titel der Deutschen Bank schwächten sich um 1,8 Prozent ab. Auch Munich Re gaben die anfänglichen Gewinne wieder preis und verbilligten sich zuletzt um 1,7 Prozent.

Nach einer Gewinnwarnung des US-Wettbewerbers Illumina rutschten die Papiere von Qiagen 5,3 Prozent ins Minus. Illumina hatte unter Hinweis auf die unklaren Aussichten für die staatlichen Forschungsausgaben in Europa und den USA ein Gesamtjahresergebnis unter Markterwartungen angekündigt.

Solarwerte setzten indes ihre Erholung fort. So rückten Q-Cells um 5,8 Prozent vor. Händler verwiesen auf zwei positive Faktoren. Die Aktie des US-Konkurrenten First Solar sprang nach Übernahmespekulationen am Vorabend in den USA um mehr als sechs Prozent in die Höhe. Zudem hätten die jüngsten Aussagen von Solarworld-Chef Frank Asbeck für Optimismus im Sektor gesorgt. Das von der Staatspleite bedrohte Griechenland kann nach Einschätzung Asbecks in der Photovoltaik bis 2020 einen Sprung nach vorne schaffen.