Börsen-Bericht

Hoffnung auf Fortschritte in Japan hilft dem Dax

Der Aktienmarkt hat seinen Erholungskurs fortgesetzt. Die Anleger hoffen, dass der Kampf gegen den Super-GAU in Japan gut ausgeht.

Hoffnungen auf Fortschritte beim Kampf gegen einen Super-GAU in Japan haben den Dax ins Plus getrieben. Der deutsche Leitindex gewann bis zum späten Vormittag 0,4 Prozent auf 6680 Zähler. Auch die Aktienmärkte in Paris und London notierten etwas höher. „Die Stimmung steht und fällt mit den Nachrichten aus Japan,“ sagte ein Händler. „Die Anleger bleiben aber nervös, weil letztlich niemand weiß, ob der Super-GAU wirklich abgewendet werden kann oder nicht.“

Im Blick hatten die Investoren auch den am Mittag anstehenden Großen Verfall an den Terminmärkten. Am sogenannten Hexensabbat versuchen Anleger die Kurse in eine für sie günstige Richtung zu bewegen. Das dürfte den Dax auch unterstützen, sagte ein Börsianer. Nach dem verheerenden Tsunami am vergangenen Freitag stemmt sich Japan weiter gegen einen Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima. Der Betreiber erwägt erstmals öffentlich, das Kraftwerk ähnlich wie bei dem Unglück in Tschernobyl 1986 unter einer Schicht aus Sand und Beton zu begraben. Vielleicht sei es die einzige Möglichkeit, eine katastrophale Ausbreitung von Strahlung zu verhindern, sagten japanische Ingenieure.

An den japanischen Finanzmärkten entspannte sich derweil die Lage: Nach der beschlossenen Devisen-Intervention der sieben führenden Industrienationen (G7) fiel der Yen, der am Vortag noch auf ein Rekordhoch zum Dollar gestiegen war, deutlich. Davon profitierte der exportorientierte Tokioter Aktienmarkt, er schloss 2,7 Prozent höher. Bei den Einzelwerten sorgten am deutschen Aktienmarkt vor allem Hochstufungen für Kursbewegungen.

Siemens baute seine Vortagsgewinne nach einer Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank aus. Die Aktien des Index-Schwergewichts legten um bis zu 2,8 Prozent auf 92,75 Euro zu. Der Münchener Konzern dürfte von steigenden Investments in alternative Energiequellen profitieren, schrieben die Experten der Deutschen Bank. Das Kursziel erhöhten sie auf 110 von 95 Euro. Die Papiere der Siemens-Konkurrenten ABB und Alstom notierten 1,5 beziehungsweise 1,7 Prozent fester.

Zulegen konnten auch BASF, die sich um 1,8 Prozent auf 56,30 Euro verteuerten. Der Chemiekonzern dürfte mit seinem Öl- und Gasgeschäft von höheren Energiepreisen profitieren, zitierten Händler aus einer Kurzstudie von J.P. Morgan Cazenove. Die Analysten stuften die Aktie auf „Overweight“ von „Neutral“.

Auf der Verliererseite standen dagegen erneut E.on und RWE mit einem Abschlag von 1,8 beziehungsweise 1,1 Prozent. Mit der neu entfachten Debatte über die Laufzeiten von Atomkraftwerken haben die großen Versorger schlechte Karten, sagte ein Händler. An den vergangenen fünf Handelstagen hatten E.ON und RWE knapp acht beziehungsweise zehn Prozent eingebüßt.