Börsen-Bericht

Yen-Intervention und Libyen-Waffenruhe helfen Dax

G7-Notenbanken greifen Japan unter die Arme. Spitzenwerte im Dax sind Daimler und BMW. Energieversorger rangieren im Minus.

Die Hilfe mehrerer Notenbanken für Japan und die Aussicht auf ein Ende der Kämpfe in Libyen haben an den europäischen Aktienmärkten für einen versöhnlichen Wochenausklang gesorgt. Der Dax beendete den Xetra-Handel 0,1 Prozent im Plus bei 6664,40 Punkten. Auf Wochensicht gab er allerdings 4,5 Prozent nach. Der EuroStoxx50 legte am Freitag 0,3 Prozent auf 2796,80 Zähler zu. An der Wall Street lag der US-Standardwerteindex Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland ein Prozent im Plus.

Die Hilfsmaßnahmen der G7-Notenbanken zur Beendigung des Yen-Höhenfluges trügen zur Beruhigung der Finanzmärkte bei, sagte Giles Watts, Chef-Aktienhändler bei City Index. „Aber es wird noch einige Tage der Konsolidierung brauchen, bevor der Markt davon ausgeht, dass das Schlimmste vorüber ist.“ Ein anderer Börsianer betonte, die Stimmung könne schnell wieder kippen. Schließlich sei die Lage im japanischen Unglücksreaktor Fukushima immer noch kritisch und neue Proteste in der arabischen Welt seien jederzeit möglich.

Nach Einschätzung der Analysten der Citigroup wird der Aktienmarkt mittelfristig deutlich zulegen. Gemessen an den Gewinnaussichten für das kommende Jahr seien sowohl kontinentaleuropäische als auch britische Unternehmen unterbewertet, betonten sie.

Stützungsaktion fürden Yen

Im Tagesverlauf hatten die Notenbanken der sieben größten westlichen Industrienationen (G7) in großem Stil Yen verkauft, um den Höhenflug der Währung zu stoppen. Sie war am Vortag auf ein Rekordhoch gestiegen, weil zahlreiche japanische Anleger ihre Auslandsinvestments auflösten, um den Wiederaufbau ihres Landes zu finanzieren. Ein Dollar verteuerte sich am Freitag auf 81,01 Yen, nachdem er am Donnerstag zeitweise auf 77,16 Yen gefallen war. Im Schlepptau des Yen legte auch der Euro zur US-Valuta zu und verteuerte sich auf ein neues Vier-Monats-Hoch von 1,4174 Dollar.

Für Erleichterung sorgte am frühen Nachmittag die Ankündigung der libyschen Regierung, die Kampfhandlungen gegen die Rebellen sofort einzustellen. Der Ölpreis drehte daraufhin ins Minus. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich auf 114,08 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem sie zuvor zeitweise mehr als 117 Dollar gekostet hatte.

Spitzenreiter im Dax waren Daimler und BMW. Die Aktien der beiden Autobauer verteuerten sich um jeweils gut zwei Prozent. Sie gehören zu den Profiteuren der Yen-Intervention, denn die Abwertung der japanischen Valuta macht ihre Produkte auf diesem wichtigen Markt billiger. Daimler hatte sich darüber hinaus positiv zu den Aussichten des Lkw-Markts geäußert.

Gefragt war außerdem BASF, die dank positiver Analystenkommentare 1,7 Prozent auf 56,25 Euro zulegten. Das Öl- und Gasgeschäft des Chemie-Konzerns wird den Experten zufolge von steigenden Energie-Preisen profitieren.

Im Minus lagen erneut die beiden Versorger E.on und RWE, die sich um 1,6 Prozent auf 20,94 Euro beziehungsweise um 0,6 Prozent auf 43,50 Euro verbilligten. Sie hatten wegen der Abschaltung einiger deutscher Atom-Meiler als Reaktion auf das Unglück in Fukushima bereits in den vergangenen Tagen Verluste verbucht.