- Die Renten sollen im Juli 2027 kräftig steigen
- Experten gehen in ihren Prognosen von einer Rentenerhöhung um bis zu 4,7 Prozent aus
- Es wäre die stärkste Rentenerhöhung seit Jahren
Steigen die Renten in Deutschland? Diese Frage beantworten Experten mit einem klaren Ja: Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnet mit einem Plus von mehr als vier Prozent zum 1. Juli 2027. Das berichtete die „Bild“ am Wochenende.

Donnerstag
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„Wir gehen in unseren Berechnungen momentan von einem Anstieg der Renten um 4,7 Prozent aus“, sagte IWH-Konjunkturchef Oliver Holtemöller der Zeitung. Auch die Deka Bank erwartet demnach eine Erhöhung von mehr als vier Prozent. „Die diskutierte Größenordnung von über vier Prozent halte ich für realistisch“, sagte deren Chefvolkswirt Ulrich Kater der Zeitung.
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Beide Experten verwiesen zur Begründung auf die vergleichsweise stark steigenden Verdienste der Arbeitnehmer in diesem Jahr. Diese sind Grundlage für die Rentenanpassung 2027.
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Die Deutsche Rentenversicherung hält dem Bericht zufolge an ihrer bisherigen Prognose eines Rentenanstiegs um 4,4 Prozent fest. Ein Plus von 4,7 Prozent wäre im Westen die stärkste Rentenerhöhung seit 2022. Damals waren die Altersbezüge dort um 5,35 Prozent gestiegen. Im Osten wurde die höchste Anpassung im Jahr 2016 (5,95 Prozent) vorgenommen.
Die jährliche Rentenanpassung wird in Deutschland immer zum 1. Juli eines Jahres durch die Bundesregierung per Verordnung festgelegt. Sie orientiert sich an den allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen des Landes, insbesondere an dem Lohnniveau.
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Wirtschaftsexperten warnen vor steigenden Sozialabgaben
Ob die Erhöhung den Prognosen entsprechend angeglichen wird, ist allerdings fraglich. Erst kürzlich kritisierten die Experten der IHW den fehlenden Weitblick der Bundesregierung im Bereich Sozial- und Energiepolitik. Bei den zentralen Punkten Demografie und Energieversorgung sei nicht ansatzweise eine Vision zu erkennen, zugleich sei die Koalition finanzpolitisch „auf Abwegen“. Als Gefahr sehen die Ökonomen zudem eine zunehmend populistische Politik im Nachgang der jüngsten Wahlergebnisse.
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Die Regierung müsse die „Megabaustellen“ Demografie und Energieversorgung „vernünftig“ adressieren, sonst werde sich „die Lage und die Stimmung in den Unternehmen nicht nachhaltig verbessern“, sagte Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) bei der Vorstellung der Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsinstitute am Donnerstag. Die Alterung der Bevölkerung lasse „die Sozialversicherungsbeiträge immer weiter steigen“. Zugleich führe die Rentenreform der Bundesregierung „insgesamt unterm Strich zu einer steigenden Beitragsbelastung“.
afp/jcst








