Es ist ein sonniger Tag in San Francisco und die Familie ist nach der ersten Nacht im Hotel müde, aber unternehmungslustig. Meine experimentierfreudige Frau erklärt: „Lass uns doch mal mit einem Waymo Downtown fahren.“ Als Journalist habe ich schon von diesen fahrerlosen Taxis gehört, aber will ich auch damit fahren? Mein Leben riskieren und das meiner Frau und meiner Söhne?

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
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Mein Problem ist: Ich bin definitiv der schlechteste Beifahrer der Welt. Ich fühle mich nur selbst am Steuer wohl. Auf einem Beifahrersitz bremse ich mit und verkrampfe in den Türgriffen. Keine gute Voraussetzung für Fahrten mit dem Robo-Taxi.
Rund um das Thema Mobilität
Waymo: Das Auto kennt meinen Namen und kann Deutsch
Bevor ich meine Bedenken formulieren kann, hat meine Frau über die App schon ein Auto bestellt. Zwei Minuten später rollt ein weißer, fahrerloser SUV langsam auf uns zu und sucht sich vorsichtig eine Lücke am Straßenrand. Auf dem Dach kreiselt ein Radar und auf einer Leuchtsäule darüber prangt digital mein Namenskürzel – JQ.
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Meine Frau findet das Auto sehr bequem und die weiße Farbe schick. Die Jungs sind begeistert: „Papa, ein J-A-G-U-A-R!“. Ich dagegen suche heimlich nach verräterischen Blechschäden und Blutspuren. Aber der Wagen hat nicht die kleinste Schramme.
Wir steigen ein und über Sprachassistent (deutsch!) und via Text auf einem Digitaldisplay werden wir gebeten, uns anzuschnallen und während der Fahrt nicht ins Lenkrad zu greifen. „Verdammt, woher wissen die das?“, flüstere ich zu meiner Frau. Sie meint, das sei nur eine Standardansage. Google kennt meine alten Verkehrssünden nicht.
Toter Winkel: Kennt Waymo nicht
Spontan wollen alle auf die sichere Rückbank, nur unser Jüngster möchte unbedingt vorne sitzen, neben dem leeren Fahrersitz. Ich nerve alle, indem ich den Sitz der Dreipunktgurte prüfe. Der Waymo blinkt und fädelt sicher in den fließenden Verkehr ein. Auf dem Display erscheint unsere geplante Fahrtroute mit Ankunftszeit. Auch alle Fahrzeuge um uns herum und sogar Fußgänger sowie Radfahrer werden vom Radar erfasst und als digitales Abbild auf das Display gespielt. Der Waymo sieht alles lange vor uns und kennt keinen toten Winkel.
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Schon nach wenigen Kilometern löst sich meine Verkrampfung. Der Waymo rollt sehr defensiv im Verkehr, achtet Vorfahrt und lässt sogar fiese Drängler rein, die ich in Berlin weghupen würde. Die Waymo-KI bleibt immer cool, ganz anders als ich. Gewöhnungsbedürftig ist das Lenkrad, das sich wie von Geisterhand dreht.
Der Waymo beschleunigt sportlich mit seinem E-Motor, aber überschreitet nie das Tempolimit. Er scheint auch zu wissen, wann Ampeln auf Rot springen, und bremst rechtzeitig ab.
Warum gibt es das noch nicht bei uns, frage ich mich
Die Fahrt endet an einem Park in Haight-Ashbury, ohne eine einzige unangenehme Situation. Fast wäre ich – müde vom Jetlag – eingenickt. Die Verriegelungstechnik sorgt dafür, dass wir erst aussteigen können, als kein Fahrzeug uns passiert. Zwanzig Dollar für eine halbe Stunde Fahrt in einem sauberen Luxusfahrzeug scheinen mir okay.
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Wir fahren in unserem Urlaub mehrmals mit Waymo, auch in Los Angeles, einer weiteren Teststadt der Google-Tochter. Meine Nervosität ist dabei komplett verflogen. Warum gibt es so etwas noch nicht bei uns?










