• Waymo hat allein in den USA mehr als 4000 fahrerlose Taxis auf den Straßen
  • Das US‑Unternehmen will nun auch in Deutschland autonom fahrende Autos auf die Straße schicken
  • Mit zwei deutschen Städten ist der amerikanische Konzern nun in Gesprächen.

Das US-Unternehmen Waymo will seine fahrerlosen Taxis bald schon in Deutschland fahren lassen. Offiziell war bekannt, dass die Google-Schwesterfirma München als ersten Einsatzort auserkoren hat. Nach Informationen des „Spiegels“ ist aber wohl auch ein Einsatz in Berlin geplant.

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Wirtschaft in Berlin

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Waymo hatte Ende August angekündigt, ihre Robotertaxis ab Ende 2027 in München zum Einsatz bringen zu wollen. Damit ist die bayerische Hauptstadt die erste Stadt in der EU, in der die fahrerlosen Autos rollen werden. Dass auch in der Bundeshauptstadt fahrerlose Taxis auf die Straße kommen werden, ist bislang nicht bestätigt worden.

Schon lange forschen die großen Automobilhersteller am Traum vom autonomen Fahren, also von der Fortbewegung von Fahrzeugen, die ihre Umgebung selbstständig wahrnehmen und ohne menschliches Eingreifen steuern. Bisher machten ihre Versuche aber vor allem Schlagzeilen mit Unfällen und Misserfolgen. Dabei gibt es Regionen in der Welt, in denen Robotertaxis längst zum Stadtbild dazugehören.

4000 Waymo-Autos in den USA unterwegs

Zum Beispiel in den USA. Laut Waymo sind dort aktuell in elf Großräumen und Städten ihre fahrerlosen Taxis im Einsatz, und zwar ganz luxuriös mit Jaguar-SUV. Mit ihren großen Sensoren auf dem Dach und an den Seiten fallen sie sofort auf. Immerhin: Laut Waymo sind in den US-Städten insgesamt rund 4000 autonom fahrende Autos unterwegs. Und das Unternehmen hat bereits den Start in 18 weiteren amerikanischen Städten angekündigt. Dazu sollen London und Tokio kommen. München ist damit erst die dritte Stadt außerhalb des US-Heimatmarktes.

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Die Fahrzeuge haben dort nach Unternehmensangaben bereits über 350 Millionen Kilometer ohne menschliche Steuerung zurückgelegt und mehr als 20 Millionen bezahlte Fahrten durchgeführt. Laut Waymo ist das System dabei deutlich sicherer unterwegs als Menschen am Steuer – das Unternehmen meldet auf Grundlage eigener Erhebungen unter anderem deutlich weniger Unfälle mit Schwerverletzten sowie Fuß- und Radverkehr. Auch ein von Autoversicherern finanziertes Institut kam jüngst zu dem Schluss, dass Waymos selbstfahrende Taxis in manchen US-Städten an 68 Prozent weniger Unfällen beteiligt waren als von Menschen gefahrene Autos.

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Doch es läuft nicht immer reibungslos. Medienberichten zufolge kam es beispielsweise bei den Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA am 4. Juli dieses Jahres zu mehreren Vorfällen. Ein Waymo-Fahrzeug fuhr über brennendes Feuerwerk und fing Feuer. Etliche andere blieben nach Straßensperrungen im Stau stecken, manchen ging währenddessen der Strom aus, sodass sie abgeschleppt werden mussten. Und auch Schnee und Eis bereiten dem IT-Konzern eigenen Angaben nach noch Sorgen. In US-Städten mit kalten, schneereichen Wintern setzt Waymo daher auf Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer, die eingreifen, wenn es notwendig wird. Genau das könnte in München ebenfalls geschehen, kommt es dort zum Wintereinbruch.

Warum Waymo jetzt ausgerechnet in Deutschland startet

Dass Waymo nun ausgerechnet seine Erfolgstour hierzulande fortsetzen möchte, hat womöglich auch mit den juristischen Gegebenheiten zu tun. Deutschland hatte bereits 2021 als erstes Land weltweit die gesetzliche Grundlage für fahrerlosen Straßenverkehr im Alltag geschaffen. Für den Betrieb ohne Fahrerin oder Fahrer arbeitet Waymo jetzt nach eigenen Angaben mit dem Kraftfahrt-Bundesamt sowie den zuständigen bayerischen Landes- und Kommunalbehörden zusammen, um die rechtlichen Zulassungen zu erhalten. Laut „Spiegel“ ist man auch in der Berliner Verwaltung mit Waymo im Gespräch.

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Schon diesen September soll der Startschuss für das Projekt autonomes Taxi fallen: In dieser Erprobungsphase werden die Wagen das Münchner Straßennetz erfassen und zunächst noch von geschultem Fachpersonal am Steuer gelenkt, um das Fahrsystem auf die Besonderheiten des örtlichen Verkehrs einzustellen. Einen ähnlichen Zeitplan strebt Waymo wohl auch in Berlin an.

So sollen die Waymo-Taxis aussehen

Welche Autos in Bayern und Berlin letztlich über die Straße rollen sollen, ist bisher noch nicht bekannt. Jedoch wollen die Amerikaner nicht ihr neuestes Fahrzeug, einen vom chinesischen Geely-Konzern gefertigten speziellen Van, einsetzen. Dieses Fahrzeug ist speziell auf den autonomen Fahrbetrieb ausgebaut, was sich beim Fahrersitz und den Pedalen zeigt. In München jedenfalls sollen aufgerüstete Standard-Pkw die Fahrgäste chauffieren.

Wie erfolgreich das Geschäft mit dem autonomen Fahren ist, zeigt sich übrigens auch an den Zahlen, die Waymo zuletzt bekannt gegeben hat: In der jüngsten Finanzierungsrunde erhielt das Unternehmen im Frühjahr 16 Milliarden Dollar (13,5 Milliarden Euro) von Investoren und wurde so mit 126 Milliarden Dollar bewertet. In den USA bewegen sich die Kosten für die per App buchbare Fahrt in etwa auf dem Niveau der Fahrdienste Uber und Lyft – je nach Verkehrslage und Nachfrage. In Deutschland dürfte sich der Preis damit am Taxipreis orientieren.