- Dm verkauft ab sofort rezeptfreie Medikamente online
- Damit reagiert der Drogeriemarkt auf den „Megatrend“ Gesundheit
- Lesen Sie hier, was Experten über die neue dm-Apotheke sagen
Die Drogeriemarkt-Kette dm weitet mit der Einführung von „dm-med“ ihre Geschäfte im Gesundheitsbereich aus. Über eine eigene Online-Apotheke können Kundinnen und Kunden ab Dienstag rezeptfreie Medikamente wie Schmerzmittel erwerben. „Zum Start konzentrieren wir uns auf nicht verschreibungspflichtige Apothekenprodukte“, erklärte dm-Chef Christoph Werner im Gespräch mit dem „Handelsblatt“.
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Das Angebot umfasst etwa 2.500 Arzneimittel und 1.000 Produkte aus der Hautkosmetik. Laut Marketing-Geschäftsführer Sebastian Bayer suchen Kunden auf der dm-Website häufig nach Produkten wie Aspirin oder Voltaren. Damit reagiert das Unternehmen auf aktuelle Trends wie Selbstoptimierung und mehr Gesundheitsbewusstsein – laut einer YouGov-Studie aus November fühlen sich 47 Prozent der Deutschen nicht gesund; als Hauptprobleme werden Übergewicht, Schlafprobleme und Stress genannt.
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„Bei dem Thema Gesundheit haben Kunden hohes Vertrauen in dm“
BWL-Professor Carsten Kortum sieht den Schritt von dm als sinnvoll. „Bei dem Thema Gesundheit haben Kunden hohes Vertrauen in dm“, erklärt er im „Handelsblatt“. Dennoch könnte die Beratung in Drogerien problematisch werden, da nicht alle Mitarbeitenden darin geschult seien. Hier seien digitale Lösungen denkbar. Auch seien mündige Konsumenten entscheidend, da Fehleinkäufe bei Gesundheit und Nahrungsergänzung nicht ausgeschlossen sind.
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Der Deutsche Apothekerverband sieht diesen Vorstoß skeptisch. Laut Vorsitzendem Hans-Peter Hubmann könnten Drogerien die fachgerechte Arzneimittelabgabe gefährden: „Menschen mit gesundheitlichen Problemen dürfen durch eine unscharfe Abgrenzung zwischen Apotheken und Drogerien nicht verunsichert werden.“ Der Verband betont zudem die Bedeutung der persönlichen Beratung in Apotheken vor Ort, gerade bei akuten Beschwerden wie Schmerzen oder Allergien.
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Bei dm gibt es auch schon Augenscreenings und Hautanalysen
Für dm ist Gesundheit nach Aussage von dm-Chef Weber ein „Megatrend“. Neben der Online-Apotheke testete die Kette 2023 in ausgewählten Filialen bereits Gesundheitsdienstleistungen wie Augenscreenings oder Hautanalysen, was bei Arztverbänden Kritik auslöste. Für Drogerien wird der Gesundheitsmarkt zunehmend lukrativ: In Deutschland beläuft sich das Marktvolumen freiverkäuflicher Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel auf etwa 7,5 Milliarden Euro, mit steigender Tendenz.
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Experten erwarten durch den verschärften Wettbewerb Impulse für Innovationen bei klassischen Apotheken. So könnten neue Produkte und Formate wie Schlafsprays mit Melatonin oder trendige Nahrungsergänzungsmittel an Bedeutung gewinnen. Laut Branchenkenner Thilo Kaltenbach könnten Selfcare, eine alternde Bevölkerung und Digitalisierung den Gesundheitsmarkt in den kommenden Jahren deutlich voranbringen. Die jährlichen Gesundheitsausgaben in Deutschland werden bald die Marke von 500 Milliarden Euro erreichen, was Drogerien substanzielle Wachstumsmöglichkeiten bietet.






