Jahrelang wurden die Äpfel mit Lastwagen transportiert. Von jetzt an aber schweben sie zu einem Bergwerk mit verschiedenen Lagerräumen. Die erste ausschließlich für den Fruchttransport gebaute Seilbahn ist am Nonsberg im norditalienischen Trentino feierlich eingeweiht worden, im Beisein der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni. Die Linie verbindet eine Verarbeitungshalle in Predaia mit unterirdischen Kühlzellen in der ehemaligen Dolomitmine Rio Maggiore: 1,3 Kilometer Strecke, rund 90 Meter Höhendifferenz.

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Wirtschaft in Berlin
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Die Anlage transportiert bis zu 460 stapelbare Behälter pro Stunde, je 300 Kilogramm, mit einer Geschwindigkeit von fünf Metern in der Sekunde. Technikpartner ist der Südtiroler Seilbahnbauer Leitner. Laut Betreibern ersetzt das System jährlich rund 5.000 Lkw-Fahrten und reduziert so den Verkehr und damit umweltschädliche Emissionen. Der Be- und Entladevorgang erfolgt vollständig automatisiert, sodass das System insgesamt nur einen Mitarbeiter für die Überwachung braucht. Die Kabinen der Seilbahn fahren 450 Meter tief in den Berg hinein. Dort werden die Apfelkisten automatisch ausgeladen. Im ehemaligen Bergwerk gibt es diverse Lagerräume: Eine einzelne Lagerzelle ist elf Meter hoch und bietet Platz für 2800 Apfelkisten. Neben Kernobst lagern dort auch Weine und Parmesan.
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Ziel des Seilbahn-Projekts ist eine durchgehende, schonende Kühlkette – von den Obstwiesen zur Verarbeitung und direkt in die in den Berg getriebenen Lagerkammern mit natürlichem Kühleffekt. Dort lagern die Äpfel bei konstantem Klima und benötigen deutlich weniger Energie als in konventionellen Hallen. „Der Vorteil dieser Lagerzellen ist die konstante Temperatur von rund 10 Grad das ganze Jahr über. Sind die Apfelkisten eingelagert, muss die Temperatur nur noch auf 1 Grad heruntergekühlt werden. Dann können die Äpfel bis zu einem Jahr dort aufbewahrt werden“, berichtet Fabrizio Conforti, Verantwortlicher für den unterirdischen Standort des Konsortiums Melinda.
Für den Melinda-Verbund, der die Apfelproduzenten des Trentino vereint, ist die Apfelseilbahn mehr als ein Prestigeprojekt: Sie zeigt, wie Bergregionen Logistik verlagern, Produktqualität sichern und EU-Aufbaugelder in Wertschöpfung und Klimaschutz übersetzen können. Der Ansatz hat Signalwirkung über den Agrarsektor hinaus.
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Die Zellen seien eine Art natürlicher Kühlschrank, sagt Conforti: „Hier gibt es keine künstliche Isolierung, also kein Styropor oder ähnliche Dinge, die normalerweise verwendet werden. Das Gestein selbst kann Kälte speichern und sie wieder abgeben, wenn ein warmer Körper eindringt. Das ist das große Geheimnis dieser Umgebung, die es uns ermöglicht, durch die Lagerung hier rund 30 Prozent Strom zu sparen.“
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Das Ziel der Regierung in Rom ist es, solche Projekte zu fördern und die Entstehung weiterer ähnlicher Projekte zu unterstützen. „Wir wollen verstärkt Investitionen fördern, die die Logistik stärken, die Umweltbelastung reduzieren und das Einkommen unserer Landwirte sichern“, betonte Ministerpräsidentin Meloni anlässlich der Eröffnung. Die Gesamtkosten für die Bahn beliefen sich auf rund zehn Millionen Euro, 40 Prozent der Kosten wurden mit Mitteln aus dem europäischen Programm „Next Generation EU“ finanziert. Zu Melinda gehören 4.000 Bauern, die sich in 16 Genossenschaften zusammengeschlossen haben und gemeinsam jährlich rund 400.000 Tonnen Äpfel ernten.






