Der Lufthansa-Konzern will bis zum Jahr 2030 in der Verwaltung 4.000 Stellen einsparen. „Der überwiegende Teil hiervon in Deutschland“, wie die Kranich-Airline am Montagmorgen im Rahmen ihres Kapitaltages mitteilte. Die Prozesse sollen digitalisiert, automatisiert und gebündelt werden, hieß es in München. Es konkretisierten sich damit unbestätigte Berichte aus der Vorwoche.

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Wirtschaft in Berlin
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So sollen die Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und die neu erworbene Ita enger zusammenrücken im Betriebsablauf. Gruppenweit soll etwa das Netzmanagement der Kurz- und Mittelstrecke so effizienter und produktiver werden. Auch die digitalen Einheiten sollen gebündelt werden.

In der vergangenen Woche hatte das „Handelsblatt“ mit Verweis auf Konzernkreise berichtet, dass in der Verwaltung „mehrere Tausend“ Stellen abgebaut würden. Vorstandschef Carsten Spohr sagte laut der Zeitung in einem internen Townhall der Lufthansa in Frankfurt am Freitag: „Wir müssen unsere Verwaltungskosten senken, unser Ziel ist eine Reduzierung um 20 Prozent.“ Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Reuters über den anstehenden Stellenabbau bei Lufthansa berichtet.
Spohr verwies dabei offenbar auf den Kostennachteil, den der Vewaltungsaufwand dem Konzern bringe, verglichen mit wichtigen Wettbewerbern. Die Lufthansa-Gruppe beschäftigt insgesamt rund 103.000 Menschen, davon rund 15.000 in der Verwaltung. Medienberichten zufolge soll der Stellenabbau weitgehend ohne Kündigungen gelingen, etwa über den Verzicht auf Nachbesetzung frei werdender Stellen oder Vorruhestandsregelungen.
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Kahlschlag bei der Lufthansa geht weiter
Bereits während der Corona-Pandemie, die den Luftverkehr weltweit schwer getroffen hatte, hatte der Konzern rund 20.000 Stellen abgebaut. Und Mitte September gab die Lufthansa bekannt, dass wichtige Funktionen seiner Airlines zusammengeführt werden sollen.
So sollen die Flugnetze der Kurz- und Mittelstrecke von Lufthansa, Swiss, Austrian und Brussels Airlines ab Januar 2026 zentral gesteuert werden. Die IT-Funktionen der Drehkreuz-Airlines werden ebenfalls gebündelt.
Wirtschaftlich geht es dem Konzern derzeit allerdings nicht schlecht. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Lufthansa-Gruppe einen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 37,6 Milliarden Euro. Die operative Marge lag bei 4,4 Prozent. Das allerdings will der Konzern nun deutlich steigern. Zwischen acht und zehn Prozent soll die operative Marge mittelfristig zwischen 2028 und 2030 liegen, teilte der Konzern mit.
Die Finanzziele seien darauf ausgerichtet, „die historischen Ergebnisse der Lufthansa Group zu übertreffen.“ 20 bis 40 Prozent des Konzerngewinns soll als Dividende an die Aktionäre fließen.
Lufthansa hat Probleme in Deutschland
Probleme hat die Lufthansa allerdings auf dem deutschen Markt. Erst in der vergangenen Woche hatte Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter gegenüber dieser Redaktion mit dem Abzug von Flugzeugen von deutschen Flughäfen gedroht. „Wenn Verbindungen unrentabel werden, sind wir gezwungen, Strecken zu reduzieren und die Flugzeuge woanders einzusetzen. Die Liste der Flughäfen, die wir aus betriebswirtschaftlicher Sicht in den Blick nehmen müssen, ist lang: Bremen, Dresden, Köln, Leipzig, Münster, Nürnberg, Stuttgart – um nur einige zu nennen“, hatte Ritter gesagt.
Die Bundesregierung hatte den Luftverkehrsunternehmen eigentlich Entlastungen zugesagt, etwa in der Reduktion von Steuern und Abgaben. Bisher lassen diese aber auf sich warten. Stattdessen stiegen zuletzt etwa die Gebühren für die
Mehrere Tarifbaustellen bei Lufthansa
Das Bekanntwerden der Abbaupläne fällt zeitlich für die Lufthansa mit mehreren festgefahrenen Tarifkonflikten für das Kabinenpersonal und die Piloten zusammen. Noch bis Dienstag (30. September) läuft eine Urabstimmung bei der Vereinigung Cockpit (VC), bei der die bei der VC organisierten Beschäftigten der Lufthansa Kerngesellschaft und der Frachttochter Lufthansa Cargo über einen möglichen Arbeitskampf abstimmen dürfen – nach sieben zuvor erfolglosen Verhandlungsrunden.
Zudem hatte die Gewerkschaft Ufo die Gespräche mit der Konzernführung über eine tarifliche Gesamtlösung für das Kabinenpersonal bei Lufthansa, Lufthansa CityLine, Lufthansa City Airlines und Discover Airlines für gescheitert erklärt. Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation will ihre Forderungen für die Kabinenbeschäftigten der einzelnen Airlines nun im Rahmen voneinander unabhängiger Verhandlungen durchsetzen.
mit dpa





