Der durchschnittliche Kerosinverbrauch pro Passagier ist bei deutschen Fluggesellschaften im vergangenen Jahr weiter gesunken. Das geht aus Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hervor, die dieser Redaktion vorliegen. Demnach verbrauchte ein Passagier auf 100 Kilometern im vergangenen Jahr bei einem Flug mit einer deutschen Airline durchschnittlich 3,38 Liter Kerosin. Im Jahr 2023 hatte ein Fluggast auf 100 Kilometer im Schnitt noch 3,44 Liter verbraucht, auf Jahressicht sank der Verbrauch damit um 1,74 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 1990 hat sich der durchschnittliche Kerosinverbrauch nahezu halbiert, damals betrug er noch 6,3 Liter pro Passagier und 100 Kilometern.

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Wirtschaft in Berlin

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Der Grund für den Rückgang ist laut der Luftverkehrswirtschaft vor allem die Flottenerneuerung. „Der Ersatz eines älteren Flugzeuges durch ein neues Modell reduziert den Kerosinverbrauch sowie die CO2-Emissionen sofort um bis zu 30 Prozent“, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang dieser Redaktion.

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Fliegen: Deutsche Airlines haben 482 neue Flugzeuge bestellt

Auch in den kommenden Jahren wird laut BDL die derzeit 830 Flugzeuge umfassende Flotte der deutschen Fluggesellschaften stark modernisiert werden: Bis ins Jahr 2034 seien Bestellungen über 482 neue Maschinen mit einem Listenpreis von 82 Milliarden Euro getätigt oder vorgemerkt. „Jedes einzelne neue Flugzeug trägt dazu bei, dass der Kerosinverbrauch der deutschen Fluggesellschaften weiter sinkt“, sagte Lang. Die modernsten Langstreckenflugzeuge würden auf einen durchschnittlichen Kerosinverbrauch von 2,1 bis 2,5 Liter pro Passagier und 100 Kilometer kommen.

Flugzeuge der Lufthansa in München
Flugzeuge der Lufthansa stehen am Flughafen München auf dem Rollfeld. Die Flotten der deutschen Airlines werden moderner.© Sven Hoppe/dpa | Sven Hoppe

Neben dem geringeren Verbrauch und der damit verbundenen Reduktion der CO2-Emissionen verwies Lang auch auf die geringere Geräuschbelastung, die mit neuen Maschinen einhergehe: „Davon profitieren auch die Anwohnerinnen und Anwohner von Flughäfen.“

Ticketpreise steigen weiter an

Günstiger wird das Fliegen für Reisende aber auch trotz des leicht gesunkenen Kerosinausstoßes nicht. Wie das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ermittelt hat, sind die Preise für Flugtickets zuletzt teils deutlich teurer geworden. Gründe seien unter anderem die hohen Steuern und Gebühren. Auch Luftverkehrswirtschafts-Präsident Jens Bischof hatte im Gespräch mit dieser Redaktion bereits darauf hingewiesen, dass sich die Gebühren und Steuern für den Luftverkehr in Deutschland seit 2019 verdoppelt hätten. „Profitabel zu fliegen wird dadurch sehr schwer“, hatte Bischof gesagt und steigende Ticketpreise angekündigt.