Der Deutschen Bahn steht ein entscheidender Monat ins Haus. Noch feilt das Verkehrsministerium an einer langfristigen Strategie für den Staatskonzern. Bis Ende August soll das Konzept stehen. Ob sich dann tatsächlich grundlegende Änderungen in der Konzernstruktur abzeichnen, ist trotz vollmundiger Ankündigungen im Koalitionsvertrag nicht sicher. Spannend wird vor allem die Frage nach Neubesetzungen im Vorstand und Aufsichtsrat des Konzerns. Darf Bahnchef Richard Lutz noch bleiben oder wird er aus seinem noch laufenden Vertrag entlassen?
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Mit Blick auf die jüngste Entwicklung des Unternehmens fällt eine Antwort darauf nicht leicht. Die Halbjahresbilanz der Bahn weist ein neuerlich hohes Minus von 760 Millionen Euro aus. So weit die schlechte Nachricht. Doch im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Verlust halbiert. Das spricht für erste Erfolge des Sanierungsprogramms, mit dem Lutz die wirtschaftliche Lage verbessern, den Betrieb stabilisieren und die Infrastruktur verbessern will.

Bahn: Generalsanierung Hamburg-Berlin wird zur Nagelprobe
Beim stabilen Betrieb sind Erfolge bisher ausgeblieben. Die Pünktlichkeitswerte sind weiterhin erschreckend schwach. Das hängt auch, aber nicht nur mit der maroden Infrastruktur zusammen. Hier steht die zweite Generalsanierung auf dem Programm. Die am Freitag beginnende Modernisierung zwischen Hamburg und Berlin wird zur Nagelprobe für die gesamte Sanierungsstrategie im Netz.
Es mangelt also nicht an Aufgaben für das leitende Personal. Ob eine schnelle Ablösung des Bahnchefs für mehr Ruhe und bessere Ergebnisse sorgen könnte, erscheint da eher zweifelhaft, solange keine überzeugende Alternative ins Spiel gebracht wird. Doch vielleicht hat Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) diese schon parat, wenn er seine Pläne bald vorstellt.



