Die europäischen Volkswirtschaften, vor allem aber die deutsche, können aufatmen: Es wird nicht zu einem Handelskrieg mit den USA kommen. Vielen insbesondere mittelständischen Export-Unternehmen steht das Wasser schon bis zum Hals, ein Überbietungswettbewerb hätte für sie in die Katastrophe führen können. Im Gegensatz zu China, das Trumps Zollpolitik kühl konterte und bewies, dass man dem US-Präsidenten mit Stärke beikommen kann, wählt Europa den Weg des Kompromisses.
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Dieser Kompromiss ist weit entfernt vom „größten aller Deals“, wie Trump während der Verkündung fabulierte. Aber Trump hat in der Tat einiges im Gepäck, was er seiner MAGA-Anhängerschaft zuhause präsentieren kann: Energie im Wert von 750 Milliarden US-Dollar wird die EU importieren, 600 Milliarden Euro sollen an Investitionen in die USA fließen.
Zollkonflikt mit den USA: Für Deutschland ist jedes Prozent Zoll eines zu viel
Und die EU? Kann vor allem darauf verweisen, was nicht kommen wird. Keine Zollspirale, keine pauschalen 30 Prozent Zoll, wie von Trump angedroht. Der Deal verschafft manchen Branchen Luft zum Atmen, der gebeutelten Automobilindustrie etwa, deren Zölle von derzeit 27,5 Prozent ebenfalls auf 15 Prozent abgesenkt werden. Bitter bleibt es dagegen für die ohnehin mit der Transformation kämpfenden Stahlindustrie, die weiterhin 50 Prozent Zölle berappen muss.

Für Deutschland, dessen wichtigster Handelspartner die USA sind, ist jedes Prozent Zoll eines zu viel. Immerhin gibt es jetzt Planungssicherheit für die exportlastige deutsche Wirtschaft. Wie viel die aber bei einem erratischen Präsidenten wie Trump wert ist und wie lange sie hält, wird sich noch zeigen.



