US-Präsident Donald Trump bringt nicht nur die Börsen, sondern auch den Ölmarkt zum Absturz. Die Rohölpreise sind seit seiner Ankündigung neuer US-Zölle gegen den Rest der Welt kräftig im Sinkflug. Seit dem 2. April sind sie weltweit um rund 20 Prozent auf 54,58 Euro je Barrel (159 Liter) eingebrochen. Rohöl ist damit so günstig wie vor vier Jahren während der Corona-Pandemie. Der Preisrückgang müsste eigentlich auch zu kräftigen Preisabschlägen bei Benzin, Diesel und Heizöl führen. Doch der große Preisrückgang für Autofahrer an den Tankstellen bleibt noch aus.

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Aktuell zahlen die Verbraucher an den Tankstellen in Deutschland im Durchschnitt laut ADAC (Stand 8. April) rund 1,689 Euro je Liter E10 und damit etwa 1,4 Cent weniger als vor einer Woche mit 1,703 Liter. Diesel vergünstigte sich um gut 1,1 Cent auf 1,591 Euro je Liter im Vergleich zur Vorwoche. „Das ist viel zu wenig. Die Spritpreise müssten deutlich stärker sinken. Das ist bisher nicht geschehen“, sagte ein ADAC-Sprecher dieser Redaktion.
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Schließlich seien die Ölpreise seit einer Woche um 12 Dollar je Barrel für Brent gefallen. „Die Mineralölkonzerne müssen ihre Spritpreise um mehrere Cent weiter senken. Hier muss noch mehr geschehen“, so der ADAC-Sprecher. Natürlich schlage sich der Rohölpreis nicht 1:1 auf den Benzinpreis durch, aber er sei ein wichtiger Faktor für die Preisbildung. „Der Rohölpreis ist deutlich gesunken, und demgegenüber sind die Spritpreise nicht deutlich genug gesunken.“
Benzin und Diesel: Deshalb sinken die Rohölpreise
Die Gründe für die sinkenden Ölpreise sind vielfältig. Neben dem Rohölpreis sind auch der Dollarkurs, die geopolitische Lage und die Fördermengen der Ölländer entscheidend. Viele Ökonomen fürchten angesichts der verhängten US-Zölle, dass es global zu wirtschaftlichen Rückgängen, möglicherweise sogar zu einer Rezession führen könnten. Weil dann weniger produziert wird, sinkt auch die Nachfrage für Öl – entsprechend purzeln die Preise. Zudem ist der Dollarkurs im Vergleich zum Euro gesunken, was den Einkauf von Öl, das in US-Dollar gehandelt wird, vergünstigt.
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Ein Großteil des Benzinpreises wird auch durch die hohen Steuern für Energieerzeugnisse in Deutschland bestimmt. So liegt der Energiesteuersatz für jeden Liter Benzin bei 65,45 Cent je Liter und bei Diesel bei 47,04 Cent. Für Flüssiggas für Autos werden 22,09 Cent fällig, für Strom 2,05 Cent je Kilowattstunde (kWh). Hinzu kommen noch 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Warenwert inklusive der Energiesteuern.
„Insgesamt ergibt das bei jeder Tankrechnung einen Steuer- und Abgabenanteil von rund 61 Prozent bei Benzin und rund 53 Prozent bei Diesel“, heißt es beim ADAC. Der Rest vom jeweiligen Spritpreis setze sich durch die eigentlichen Kosten des Produkts von der Rohölquelle, Transport nach Deutschland, Weiterverarbeitung bis hin zur Zapfsäule zusammen. Hinzu kommt der Aufschlag für Gewinne der Mineralölkonzerne.
Finanzexperten sehen aktuell auch keine Zeichen für Preisanstiege. Die US-Bank Goldman Sachs korrigierte ihre Jahresprognose für Rohöl in dieser Woche bereits zweimal nach unten – und erwartet für Brent-Öl aus der Nordsee nur noch einen Preis von 62 US-Dollar je Barrel zum Jahresende. Die US-Bank Morgan Stanley senkte ihre Prognose um 5 Dollar pro Barrel auf 65 Dollar für dieses Quartal. Goldman Sachs sieht den Preis bei 58 Dollar je Fass.





