Ob Wein oder Käse: Die US-Zölle von US-Präsident Donald Trump sind für Italien ein heftiger Schlag gegen die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft. Denn die USA sind nach Deutschland und vor Frankreich der zweitwichtigste Exportmarkt für italienische Waren wie Lebensmittel, Maschinen, Textilien, Luxusgüter, Möbel, Jachten oder Pharmaprodukte. Rund 10,7 Prozent der Ausfuhren gehen in die USA. Italien weist einen Handelsbilanzüberschuss von fast 40 Milliarden Euro gegenüber den USA auf. Das sind fast drei Viertel des gesamten italienischen Handelsbilanzüberschusses. Solche Defizite sind Trump ein Dorn im Auge.

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Wirtschaft in Berlin
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Der italienische Weinverband (UIV) rechnet wegen der Zölle mit jährlichen Einnahmeverlusten in Höhe von rund 323 Millionen Euro. „Es wird für viele kleinere Weinunternehmen jetzt schwierig werden. Noch beängstigender ist die Aussicht auf ein tödliches Spiel, bei dem die US-Administration und auch die EU die Zölle erhöhen“, sagte der namhafte Weinproduzent Lamberto Frescobaldi, dessen Familie seit mehr als 700 Jahren in der Toskana Wein herstellt. Seine Vorfahren verkauften Wein an die englischen Könige und an eine Reihe von Päpsten.
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Claudio Biondi, Präsident des Konsortiums zur Produktion des Lambrusco-Weins, übt sich in Optimismus. „Handelskriege haben noch nie jemandem genützt. Ich hoffe, dass die EU Verhandlungen aufnehmen wird, anstatt mit Gegenmaßnahmen zu reagieren. In der Zwischenzeit besteht die Gefahr, dass steigende Preise die amerikanischen Verbraucher zu kalifornischen, chilenischen und argentinischen Weinproduzenten treiben. Ich glaube, dass diese Situation ein Anreiz sein kann, sich neue Länder zu erschließen“, so Biondi.
Käse wird noch teurer: Gefahr von Fälschungen steigt
Auch die Produzenten der italienischen Käsedelikatesse Grana Padano zittern um den US-Markt. „Mit der Erhöhung der Zölle wird die Abgabe bei der Ankunft unserer Produkte in den USA auf fast sechs Euro pro Kilo steigen, mit unvermeidlichen Folgen auf den Konsum“, so Stefano Berni, Direktor des Konsortiums der Produzenten des Grana Padano. Die Gefahr sei eine stärkere Verbreitung „italienisch klingender“ Produkte in den USA, die sich traditionelle Lebensmittel-Namen aneignen, aber ohne die gleiche Qualität zu bieten.
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Auch die Autohersteller sind besorgt. Die Zölle könnten Luxusautos wie Ferrari, Lamborghini und Maserati schwer unter Druck setzen. Italien möchte daher zur Entlastung der besonders von den US-Zöllen betroffenen europäischen Autoindustrie die Vorschriften zur Senkung von Industrieemissionen aussetzen. Industrieminister Adolfo Urso kündigte an, er werde sich dafür bei der Europäischen Union einsetzen. Ein entsprechender Antrag werde bei der EU eingereicht.

„Gegen die Zölle fordern wir die EU auf, sofort zu handeln und die Green-Deal-Regeln auszusetzen, die zum Zusammenbruch der Automobilindustrie geführt haben“, erklärte Urso. Er sprach sich für eine „Deregulierung“ aus, die das Leben europäischer Unternehmer erleichtern könne. Für europäische Unternehmen sei es wichtig, „alternative Märkte“ zu finden. „In den kommenden Tagen wird die italienische Regierung die Unternehmerverbände treffen, um Gegenmaßnahmen zu besprechen“, sagte der Minister.




