Donald Trump setzt auf „America first“ – und zerstört mit seinen Entscheidungen über Jahrzehnte gewachsene Handelsbeziehungen. Ein Beispiel: Die zuletzt vom US-Präsident verkündete Erhöhung von Importzöllen. Die Handelspartner der Amerikaner stehen durch sie vor massiven Handelsbarrieren, deren Folgen noch nicht absehbar sind. Für Importe aus EU-Staaten wird künftig ein Zoll von 20 Prozent fällig, für Importautos aus allen Ländern sogar 25 Prozent. Für deutsche Unternehmen haben die Auflagen schwerwiegende Konsequenzen für ihre Exporte und Wettbewerbsfähigkeit.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Schwer treffen dürfte Trump mit seinem Zoll-Rausch den wichtigsten Industriezweig Deutschlands: die Autohersteller und ihre Zulieferer. Ab sofort gelten auf Autoimporte in die USA Strafzölle von zusätzlich 25 Prozent auf die schon bestehenden Einfuhrzölle. Dies gilt auch für Autoteile. Bislang lag der Einfuhrzoll für Wagen aus EU-Staaten in die USA bei 2,5 Prozent und für Pickups und leichte Transporter bei 25 Prozent. Umgekehrt verlangen die EU-Staaten 10 Prozent auf US-Autoimporte.

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Preisexplosion durch US-Zölle? 50.000 Dollar mehr für einen Porsche möglich

Die höheren Einfuhrzölle trifft vor allem die amerikanischen Verbraucher. Sie müssen künftig deutlich mehr für Volkswagen, Mercedes oder Porsche bezahlen. Experten schätzen, dass Import-Autos im Schnitt um 5000 bis 10.000 US-Dollar teurer werden, im Luxusbereich sogar um 50.000 Dollar und mehr. Die höheren Preise dürften künftig viele US-Kunden abschrecken und der deutsche Fahrzeugabsatz deutlich sinken.

Die Zölle treffen aber nach China auch den wichtigsten deutschen Absatzmarkt. 2024 ging fast jedes achte Exportauto in die USA – insgesamt 450.000. Aus den USA wurden 136.000 Autos nach Deutschland exportiert – die meisten davon waren europäische Fahrzeuge, die in einer Fabrik in den USA produziert wurden. Das Handelsvolumen mit automobilen Waren zwischen Deutschland und den USA beträgt 44,7 Milliarden Euro.

Die deutschen Autobauer produzieren längst in den USA

Die großen Autobauer Mercedes, VW, BMW haben längst eigene Werke in den USA, wo sie Autos für die ganze Welt produzieren. Im vergangenen Jahr stellten deutsche Autobauer in den USA 900.000 Autos her, so der Verband der Deutschen Autoindustrie (VDA). Auch wichtige Zulieferer wie Continental, Bosch, Mahle, Schaeffler oder ZF haben Standorte in den USA. In den Werken an insgesamt 2110 Standorten in den USA arbeiten rund 138.000 Mitarbeiter.

Besonders hart wird es für Porsche. Das Unternehmen hat kein eigenes Werk in den USA. Gleichzeitig verkaufen die Zuffenhausener jedoch fast jedes dritte ihrer neuen Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten. BMW verkauft jedes sechste Neufahrzeug in den USA. Bei VW, Audi, und Mercedes-Benz liegt der Verkaufsanteil bei 12 bis 15 Prozent.

Doch selbst die deutschen Autobauer in den USA können die neuen Zölle nicht umgehen. Denn sie müssen künftig auch für die importierten Autoteile, die in Deutschland gebaut, aber in den USA verbaut werden, hohe Zölle bezahlen.

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Trumps Zölle sind „fundamentaler handelspolitischer Einschnitt“

Die neuen Zölle markieren einen fundamentalen handelspolitischen Einschnitt, kritisierte Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA). „Es ist die Abkehr der USA von der regelbasierten globalen Handelsordnung – und somit die Abkehr von der Grundlage für weltweite Wertschöpfung und entsprechendes Wachstum und Wohlstand in vielen Regionen der Welt. Das ist kein America first, das ist America alone.“ Klar sei, dass diese Entwicklung weltweit negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben wird. Das wird auch Arbeitsplätze betreffen.

„Wenn die Zölle langfristig bleiben, werden deutsche Autobauer ihre Produktion weiter in die USA verlagern. Damit fallen weitere Arbeitsplätze in Deutschland weg“, sagt der Direktor des CAR – Center Automotive Research, Ferdinand Dudenhöffer. Heute arbeiteten noch rund 780.000 Menschen in der deutschen Automobilindustrie, bald könnten es schon nur noch 500.000 sein. „Dieser Industriezweig blutet aus.“