Ernährung

McDonald’s bringt eigenen veganen Burger auf den Markt

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McDonald´s bringt veganen Burger auf den Markt

McDonald´s bringt veganen Burger auf den Markt

Mehr Konkurrenz auf dem Markt der Fleischersatzprodukte: McDonald´s entwickelt McPlant, eine Palette von veganen Angeboten.

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McDonalds steigt mit den „McPlant“-Produkten in den umkämpften Fleischersatz-Markt ein und versetzt Beyond Meat einen schweren Schlag.

Chicago. McDonald’s steigt in das Geschäft mit Fleischersatzprodukten ein. Unter dem Namen „McPlant“ will der größte Fast-Food-Konzern der Welt eine Produktpalette von veganen Burgern und Sandwiches entwickeln. „Wir erwartet, dass einige der Filialen den Burger nächstes Jahr testen werden“, teilte das Unternehmen am Montag mit.

In einer Investorenkonferenz hieß es, erwogen würden auch pflanzliche Ersatzprodukte für Hühnchen-Gerichte wie etwa die beliebten Chicken McNuggets oder für den Frühstücksburger McMuffin mit Ei und Speck. Der Fleischersatz mit eigener Rezeptur soll ausschließlich für McDonald’s hergestellt werden

In Deutschland bieten McDonald’s Filialen mit dem Big Vegan TS bereits einen fleischlosen Burger an. Das zugehörige Burger-Patty wird jedoch nicht vom Unternehmen selbst, sondern vom Lebensmittelriesen Nestlé hergestellt.

McDonald’s steigt in rasant wachsenden Markt ein – Die Konkurrenz ist schon da

Der Markt mit pflanzlichen Fleischersatzprodukten ist längst ein Millionengeschäft und wächst weiter. Allein Nestlé steigerte seinen Umsatz mit pflanzenbasierten Produkten im ersten Halbjahr um 40 Prozent. In Deutschland verzeichnete der Wurstwarenhersteller Rügenwalder Mühle zu Beginn des Jahres teils Umsatzzuwächse von bis zu 100 Prozent bei seinen fleischlosen Alternativ-Produkten.

„Es gibt jetzt ein wahnsinniges Wachstum. Und es gibt keinen Lebensmittelhersteller, der das Thema nicht aufgreift“, sagt Godo Röben, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Rügenwalder Mühle. Jeder Zulieferer und jeder Maschinenhersteller stelle sich auf diese Marktveränderung ein.

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McDonald’s und Beyond Meat testen Burger in Kanada

Einer der bekanntesten Anbieter von pflanzlichen Fleischersatzprodukten ist das US-Unternehmen Beyond Meat. Gemeinsam mit McDonald’s hatte die Firma einen fleischlosen Burger entwickelt, der in Filialen in Kanada getestet wurde.

Nach Ende des gemeinsamen Tests in Kanada hatte McDonald’s jedoch verkündet, den dortigen pflanzenbasierten Burger nicht mehr anzubieten. Das Produkt von Beyond Meat wurde damit nicht ins Sortiment aufgenommen.

Ob Beyond Meat nun zu den Zulieferern für die McPlant-Produkte zählen werde, sei noch nicht entschieden, sagte McDonald’s Präsident Chris Kempczinski gegenüber dem US-Nachrichtensender CNBC. Ein Sprecher von Beyond Meat widersprach dieser Darstellung jedoch gegenüber CNCB: Sie seien weiter Lieferant. So ganz rund scheint es offenbar zwischen den beiden Geschäftspartnern nicht zu laufen.

Beyond-Meat-Aktie stürzt nach Ankündigung von McDonald’s ab

McDonald’s hatte mit der McPlant-Ankündigung Beyond Meat einen schweren Schlag versetzt und zudem aufgezeigt, wie hart umkämpft der Markt für Fleischersatzprodukte mittlerweile ist.

Der Aktienkurs von Beyond Meat, das in den vergangenen Jahren für sein rasantes Wachstum bekannt war, ging nach der Ankündigung von McDonald’s am Montag in den Tiefflug über. Als am Abend dazu noch unerwartet schwache Quartalszahlen veröffentlich wurden, verlor die Beyond-Meat-Aktie insgesamt rund einen Viertel ihres Werts.

Daraufhin erfolgte die Erklärung des Beyond-Meat-Sprechers, dass die Zusammenarbeit mit McDonald’s fortgesetzt werde. Nach der Ankündigung erholte sich der Kurs von Beyond Meat sichtlich.

Burger King, Aldi und Lidl haben längst vegane Burger im Angebot

McDonald’s steigt mit der McPlant-Produktreihe vergleichsweise spät in den veganen Markt ein. Bereits im vergangenen Jahr nahmen die Fast-Food-Konkurrenten Burger King und Kentucky Fried Chicken pflanzenbasierte Fleischersatzprodukte in ihr Angebot auf. Auch in den Regalen der Discounter finden sich zunehmend vegane Burger wieder.

Bislang macht McDonald’s rund 70 Prozent des Umsatzes mit Fleisch-Burgern und Pommes frites. Die Nachfrage nach dem Bekannten sei „gerade in diesen unsicheren Zeiten wichtiger denn je“ – die Klassiker würden daher „dank ihrer Beliebtheit und ihrer Profitabilität“ auch weiterhin „stark“ zum Wachstum des Konzerns beitragen, erklärte der Konzern. Aber: Die neue vegetarische Produktgruppe sei eine „aufregende“ Chance, sagte Manager Ian Borden, zuständig für das internationale Geschäft.

(jas/dpa)