Medien

Axel Springer will 50 Millionen sparen – und eigenen Sender

Axel Springer plant den Personalabbau. Zugleich sollen über 100 Millionen Euro investiert werden – auch in einen TV-Sender von „Bild“.

Axel Springer: In den Konzern kommt ordentlich Bewegung –- mit Sparkurs und TV-Sender.

Axel Springer: In den Konzern kommt ordentlich Bewegung –- mit Sparkurs und TV-Sender.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Berlin.  Das Medienhaus Axel Springer hat ein Maßnahmenpaket verkündet, mit dem es 50 Millionen Euro einsparen will. Die Maßnahmen betreffen die Zeitungsgruppen „Bild“ und „Welt“ ebenso wie den Vermarkter Media Impact und den Vertrieb. In allen diesen Abteilungen ist ein Personalabbau in nicht bekannter Höhe geplant.

Betriebsbedingte Kündigungen schließt Springer ausdrücklich nicht aus. Allein in der Zeitungsgruppe „Bild“ sollen 20 Millionen Euro eingespart werden, wie auf einer Redaktionskonferenz am Montagmittag bekanntgegeben wurde.

Axel Springer auf Sparkurs: Redaktionen rücker näher zusammen

Zu den Maßnahmen zählt eine engere Verzahnung der Redaktionen von „Bild“ und „Bild am Sonntag“, die bisher im Wesentlichen nur beim Sport zusammenarbeiten. Eingestellt werden die werktäglichen Ausgaben von „Welt Kompakt“ und „Welt Hamburg“.

Das Wirtschaftsmagazin „Bilanz“, das bisher eine eigenständige Redaktion in Hamburg unterhält, soll redaktionell in die „Welt“ integriert werden. Das Berliner Boulevardblatt „B.Z.“ soll noch enger an „Bild“ heranrücken.

„Welt“, „Bild“ und „Sport Bild“ bekommen eine gemeinsame Sportredaktion, ein sogenanntes „Sport-Kompetenzzentrum“. „Computer Bild“ und “Auto Bild“ sollen sich künftig im Wesentlichen „auf die beiden Haupttitel“ sowie auf „erfolgreiche Spezialmagazine“ konzentrieren. Was das konkret für Ableger wie „Auto Bild Motorsport“ bedeutet, ist unklar.

Investitionen in eigenen Fernsehsender

Zugleich hat Springer angekündigt „mehr als 100 Millionen Euro“ in „Wachstumsprojekte“ stecken zu wollen. Der Löwenanteil dürfte hier in den Ausbau der Liveberichterstattung fließen. Zu diesem Zweck soll „Bild“ einen eigenen Fernsehsender bekommen, der 18 Stunden am Tag live senden soll.

Dies dürfte als Kampfansage an RTL, den bisher führenden deutschen Boulevardsender, zu verstehen sein, dessen Informationsprogramm von Tanit Koch verantwortet wird, einer ehemaligen „Bild“-Chefredakteurin.

Schon länger war bekannt, dass ein Stellenabbau geplant ist. Spannend ist, wie das Bonussystem für Springer-Vorstände funktioniert. Mit PR kennt sich Axel Springer aus – so wurde der Deutschlandbesuch von Mark Zuckerberg ein perfekter Coup für die Beteiligten.