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Axel Springer prüft offenbar Stellenabbau bei der „Bild“

Unklar ist, welche Rolle dabei der neue Gesellschafter KKR spielt. „Bild“ und „Welt“ sollen von der Maßnahme besonders betroffen sein.

Der Hauptsitz der Axel Springer SE in Berlin.

Der Hauptsitz der Axel Springer SE in Berlin.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Berlin. Seit dem Einstieg des US-Finanzinvestors KKR bei Axel Springer („Bild“, „Welt“) fürchten die Beschäftigten des Medienhauses, der neue Hauptgesellschafter könne einen massiven Personalabbau verfügen. Ganz unbegründet ist das nicht.

KKR ließ als Gesellschafter von ProSiebenSat.1 von 2006 bis 2014 sparen, bis es knirschte. Und tatsächlich wird bei Springer derzeit über einen Personalabbau nachgedacht. Wie mehrere Quellen übereinstimmend berichten, soll voraussichtlich noch im Herbst, frühestens Ende September, der Vorstand über entsprechende Pläne entscheiden.

Axel Springer mit Stellenabbau? Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Verlag Axel Springer will offenbar Personal abbauen
  • Der Vorstand will wohl Ende des Jahres über die Pläne entscheiden
  • Betroffen wären dabei vor allem die Blätter „Bild“ und „Welt“

Dabei ist unklar, was KKR mit all dem zu tun hat. Wie es hinter vorgehaltener Hand heißt, habe man schon vor gut einem halben Jahr damit begonnen, sich über einen möglichen Stellenabbau Gedanken zu machen – also lange bevor bekannt wurde, dass KKR sich für Springer interessiert.

Bei „Bild“ wird Verkleinerung der Redaktion diskutiert

Klar ist aber auch, dass mit dem Einstieg der Amerikaner es für das Medienhaus einfacher geworden ist, Personal abzubauen. Bisher musste der börsennotierte Konzern bei allem, was er tat, auf seinen Aktienkurs Rücksicht nehmen. Wenn etwa Rückstellungen für einen Sozialplan gebildet werden, hatte das negative Auswirkungen auf das Wertpapier des Medienhauses.

Diese Zeiten sind nun vorbei. Aber womöglich drohen nun andere Konflikte. Einige Quellen wollen wissen, KKR habe in puncto Personalabbau ganz eigene Vorstellungen. Belegen lässt sich das nicht. In solchen Fragen müssen sich die Amerikaner – so oder so – mit den Alt­aktionären Friede Springer und Mathias Döpfner, dem Vorstandschef des Medienhauses, abstimmen.

Offenbar soll der geplante Personalabbau vor allem „Bild“, „Welt“ sowie den Werbevermarkter AS Media Impact treffen. Bei „Bild“ wird eine Verkleinerung der Redaktion um bis zu 20 Prozent diskutiert.

Fallen Ausgaben weg?

Bei der „Welt“ gibt es Spekulationen über den Wegfall von Werktagsausgaben der gedruckten Zeitung. Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass es so weit kommt, da Döpfner dem Blatt gerade erst eine, wenn auch beschränkte, Bestandsgarantie gab. Anlass war ein Passus in den Verkaufsunterlagen zum KKR-Deal, den Branchenkenner als bedrohlich für die „Welt“ verstanden.

„Wir arbeiten intensiv an den Zukunftsstrategien für ,Bild‘ und ,Welt‘“, sagt eine Sprecherin. „Diese beinhalten Investitionen in Wachstumsfelder und gleichzeitig Umbau- und Kostenmaßnahmen in Bereichen, die nicht mehr wachsen.“ Die Zukunft beider Zeitungsmarken würde nun noch entschlossener gestaltet. „Details und konkrete Maßnahmen dazu werden aber erst erarbeitet und sind noch nicht beschlossen.“