Manipulation

Riesensumme: Porsche kostet Dieselskandal 535 Millionen

Die Volkswagen-Tochter Porsche muss Bußgeld zahlen – eine halbe Milliarde Euro. Das hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart entschieden.

Porsche muss 533 Millionen Euro zahlen.

Porsche muss 533 Millionen Euro zahlen.

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Berlin. Urteil im Prozess gegen Porsche: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart entschied, dass die Volkswagen-Tochter ein Bußgeld zahlen muss. Und das fällt nicht gering aus – 535 Millionen Euro wurden festgelegt. Grund ist der Dieselskandal.

Grund seien unter anderem fahrlässige Aufsichtspflichtverletzungen in der Entwicklungsabteilung, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Im Oktober war bereits ein Bußgeld gegen Audi verhängt worden. Die Firma bekam eine Strafe von 800 Millionen Euro. Es ging um Abweichungen bei Diesel-Motoren. Schon im vergangenen Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig im Zuge der Diesel-Ermittlungen ein Bußgeld von einer Milliarde Euro gegen Volkswagen verhängt.

Ein Verfahren läuft außerdem auch gegen den Zulieferer Bosch. Die Geldbußen gegen VW und Audi gingen an die jeweiligen Länderkassen. Darauf entbrannte ein Streit über die Verteilung.

Porsche-Bußgeld: Volkswagen hatte bereits Geld zurückgestellt

Volkswagen hatte bei der Verkündung seiner Quartalszahlen bereits Rückstellungen in Höhe von einer Milliarde Euro bekanntgegeben, rund 600 Millionen Euro davon aber nicht näher erklärt. Der Rest war der Marke Volkswagen zugeschrieben worden.

Die Höhe bei Porsche setzt sich aus der Ahnung der Ordnungswidrigkeit in Höhe von vier Millionen Euro und einer Gewinnabschöpfung von 531 Millionen Euro ab. Dabei wurden unter anderem die Gewinne aus dem Verkauf betroffenen Fahrzeuge berücksichtigt.

Hintergrund: Audi zahlt 800 Millionen Euro Strafe wegen Dieselskandal

Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um mit V6- und V8-Motoren von Audi ausgestattete Dieselfahrzeuge von Porsche. Gegen einen Teil der Fahrzeuge – etwa 99.000 Stück – lägen auch Bescheide des Kraftfahrtbundesamts vor. Porsche hat keine Rechtsmittel eingelegt. Damit ist der Bußgeldbescheid wirksam.

Abgeschlossen ist der Dieselskandal für Porsche damit nicht: Das im Juli 2017 angestoßene Ermittlungsverfahren gegen einzelne Mitarbeiter der Porsche AG laufe weiter.

Porsche nach Dieselskandal: Wichtigster Markt ist inzwischen China

Porsches wichtigster Markt ist mittlerweile China. Der Sportwagenbauer das Land seit kurzem auch auf der Schiene an. Über die „Neue Seidenstraße“ gehen die Autos neuerdings zweimal pro Woche per Güterzug in die Millionenstadt Chongqing im Südwesten Chinas – jeweils maximal 88 Stück in höchstens 44 Containern pro Zug, wie ein Porsche-Sprecher sagte.

Die rund 11.000 Kilometer lange Fahrt beginnt den Angaben zufolge in Bremerhaven und führt über Polen, Weißrussland, Russland und Kasachstan. Sie dauert etwa 18 Tage, wie eine Sprecherin des Osnabrücker Logistik-Unternehmens Hellmann sagte, das die Transporte seit Anfang April organisiert.

Kürzlich beschäftigte ein Fahrzeug des Stuttgarter Autobauers Beamte aus einem kuriosen Grund: Ein Porsche war mit Goldfolie verziert – warum die Polizei ihn abschleppen ließ. (dpa/ses)